Von A bis Z

Abfallentsorgung

Da die Kinder ihr Essen und Trinken (Frühstück, Mittagssnack usw.) in Brotdosen und wiederverwendbaren Flaschen mitbringen, fällt in der Regel in einem Waldkindergarten nicht viel Abfall an. Der nicht vermeidbare Abfall wird ordnungsgemäß getrennt und täglich entsorgt.

 

 

Ärztliches Attest

Bei Eintritt in den Kindergarten benötigt das Kind ein Attest vom Arzt oder Kinderarzt, dass es frei von ansteckenden Krankheiten ist. Dieses Attest sollte nicht älter als 30 Tage sein.

 

 

Aufenthaltsräume (Bauwagen)

Der Bauwagen wird von den Erzieher/-innen täglich nach Kindergartenschluss ausgekehrt. Fußböden, Ablagen und Tische werden mindestens einmal pro Woche gründlich mit einem Neutralreiniger (biologisch abbaubar) gereinigt.

 

 

Aufnahmegespräch

Das Aufnahmegespräch ist ein zentrales Element, um einen guten Start in den Waldkindergarten zu ermöglichen. Eltern und die pädagogische Fachkraft lernen sich kennen, können Vertrauen aufbauen und eventuelle Ängste abbauen. Ein guter Start ist als Basis für die gemeinsame Zusammenarbeit grundlegend. Nachdem sich die Eltern für unseren Waldkindergarten entschieden haben, folgt die schriftliche Anmeldung des Kindes. Bei einem Termin werden alle wichtigen Informationen weitergegeben, offene Fragen geklärt und der von den Eltern bereits ausgefüllte Fragebogen besprochen. Wir bieten den Familien auch an, sie zum Aufnahmegespräch zu Hause zu besuchen. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass das Kind uns  in seinem gewohnten Umfeld kennenlernt und erste Kontakte knüpft. Natürlich kann das Erstgespräch auch an einem anderen Ort stattfinden.

 

 

Ausrüstung

Die Ausrüstung der Erzieher/-innen für den täglichen Gebrauch:

• Mobiltelefon mit eingespeicherten Nummern der Telefonliste

• ausgedruckte Telefonliste (Telnr. von Eltern u. Familie, Krankenwagen, Ärzten, Forstamt usw.)

• Bollerwagen / Kinderwagen

• Notfall-Set, Erste-Hilfe-Set Decke

• Zeckenzange

• Sonnenschutz

• biologisch abbaubare Seife

• evtl. Handbürste

• Isolierende Sitzunterlage

• Wasserkanister

• frische Stoffhandtücher / Papierhandtücher

• Bestimmungsbuch für (Gift-)Pflanzen und Tiere

 

 

Beobachtung und Dokumentation

Unsere Aufgabe und ein wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit ist die Wahrnehmung, Beobachtung und regelmäßige Dokumentation des Entwicklungsstandes bzw. der Entwicklungsfortschritte eines jeden Kindes. Ziel ist, ein umfassendes Bild von der Entwicklung eines Kindes zu erhalten, die „Themen“ jedes Kindes zu erkennen, zu beschreiben und transparent zu machen. Deshalb werden wir im Rahmen der Teamsitzung (alle 14 Tage) über einige Kinder sprechen und deren Entwicklungsschritte anhand von Beobachtungsbögen dokumentieren. So findet regelmäßig ein anlassfreier Austausch über jedes Kind statt. Die Protokolle dieser Besprechungen sowie relevante personenbezogene Daten, wie z.B. aus dem Anmeldebogen, werden in einem verschlossenen Schrank im Bauwagen aufbewahrt.

 

Die Beobachtungen und die Dokumentation

• sind die Grundlage für die regelmäßig stattfindenden Entwicklungsgespräche mit den Eltern

• erleichtern uns die Perspektive des einzelnen Kindes, seine Interessen, sein Verhalten und sein Erleben besser zu verstehen

• geben uns einen Einblick in die Entwicklung und das Lernen des Kindes

• sind die Grundlage für die pädagogischen Angebote und Projekte

 

Außerdem werden die individuellen Entwicklungsverläufe eines jeden Kindes schriftlich und mit Fotos dokumentiert in einem Portfolio gesammelt. Diese Form der Dokumentation bietet die Möglichkeit, die Entwicklungsschritte des Kindes festzuhalten und rückblickend noch einmal zu einem späteren Zeitpunkt zu reflektieren. Da wir in unserer Einrichtung Wert auf eine kindgerechte Umgebung legen, wollen wir unserem Portfolio den Namen „Waldbuch“ geben. Das Waldbuch soll - im Gegensatz zur Dokumentation mit personenbezogenen Inhalten - immer griffbereit für die Kinder im Bauwagen stehen und sie entscheiden, was ihm hinzugefügt und wer es betrachten darf. Die Portfolio-Arbeit fördert in besonderem Maße den Dialog zwischen Kind, Fachkraft und Eltern, denn alle können an der Gestaltung des Waldbuches mitwirken. Das Portfolio beinhaltet z.B. Arbeitsergebnisse und einen einfachen Steckbrief der Kinder, worüber die individuelle Entwicklung und persönliche Interessen sichtbar werden und erläutert werden können. So werden Zeichnungen, Kunstwerke, eigene Geschichten und natürlich Fotos von den verschiedenen Aktivitäten und Erlebnissen hinzugefügt. Mit Einverständnis des Kindes können auch Dokumente der pädagogischen Fachkraft, wie z.B. die Beschreibung einer besonderen Aktivität, eine Foto-Lerngeschichte oder auch Briefe zum Abschied oder zu besonderen Anlässen das Portfolio bereichern. Auch die Eltern dürfen sich, z.B. mit Briefen an ihr Kind, einer selbst gestalteten Familienseite oder Fotos von Familienunternehmungen (Ausflüge, Feiern o.Ä.) an der Gestaltung beteiligen.

 

Strukturelle Rahmendaten, wie z.B. Anwesenheit, Abholungsberechtigungen, Telefonnummern, werden über ein „Gruppenbuch“ erfasst, das auch bei Ausflügen mitgenommen wird. Dieses Buch wird nach Kindergartenschluss ebenfalls in einem verschlossenen Schrank aufbewahrt.

 

 

Beschwerdemanagement

Mit Beschwerden konstruktiv umzugehen ist eine zentrale Kompetenz zur Entwicklung von Qualität. Sowohl Kinder als auch Eltern haben ein Recht auf Beschwerden. Um eine gute Beschwerdekommunikation zu gewährleisten, ist eine offene und partnerschaftliche Haltung zwischen Erzieher/-innen, Eltern und Kindern notwendig. Eltern sind Erziehungspartner und Experten für ihre Kinder. In dieser Rolle geben sie uns wichtige Hinweise für die Qualität und Ausrichtung der Arbeit.

 

Beschwerden sind grundsätzlich ein Angebot zur Mitarbeit. Sie werden sachlich aufgenommen, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht begründet erscheinen. Beschwerden werden nicht persönlich genommen. Wenn sich eine Mitarbeiterin dennoch persönlich angesprochen fühlt, gehört es nach unserem Verständnis zu einem professionellen Verhalten, hier die nötige innere Distanz aufzubauen, um sachlich mit der Situation umzugehen. Die Mitarbeiter/-innen sind angehalten, über jede Beschwerde eine Notiz anzufertigen (Beschwerdeführer, Datum, Inhalt und erste Absprachen). Eltern haben außerdem die Möglichkeit, schriftliche Beschwerden über ein Beschwerdeformular abzugeben oder in einen „Briefkasten“ einzuwerfen. Jede Beschwerde wird bei der nächsten Teamsitzung bearbeitet und das Ergebnis zeitnah, d.h. spätestens drei Tage nach der Teamsitzung dem Beschwerdeführer mitgeteilt. Gegebenenfalls sind auch weitere Schritte oder längere Prozesse einzuleiten, über die ebenfalls informiert wird. Außerdem wird angestrebt, den betroffenen Elternteil zu beteiligen. Neben dem direkten Beschwerdeverfahren können sich Eltern auch schriftlich an den Vorstand des Vereins wenden. Diese Beschwerden werden spätestens in der nächsten Vorstandssitzung bearbeitet, eine Rückmeldung erfolgt ebenfalls zeitnah.

 

Neben anderen Formen der Mitbestimmung haben die Kinder die Möglichkeit, sich im wöchentlich stattfindenden Waldparlament zu beschweren. Dieser Punkt wird regelhaft aufgerufen. Außerdem können sie sich mit Beschwerden jederzeit und direkt an eine Mitarbeiterin wenden. Wenn im Alltag die Beschwerde nicht unmittelbar geklärt werden kann, wird auch hier eine Aktennotiz angefertigt und im nächsten Team bearbeitet. Dem Kind wird dies mitgeteilt und ebenfalls zeitnah eine Rückmeldung gegeben.

 

Grundsätzlich ist für den ernst zu nehmenden Umgang mit Beschwerden eine zuverlässige Dokumentation und hinterfragende Reflexion unerlässlich. Da durch die besondere Vereinsstruktur die Mitarbeiterinnen und der Träger eng verflochten sind und im Konfliktfall eine unabhängige Instanz fehlen könnte, wird eine Ombudsperson eingeführt, an die sich vor allem Eltern wenden können. Sie ist Beisitzer im Vorstand, darf aber nicht dem geschäftsführenden Vorstand angehören. Sie hat immer Rederecht im Vorstand, kann Vorstandssitzungen einberufen und selbstständig entscheiden, ob andere Institutionen mit hinzu zu ziehen (Kommune, Jugendamt etc.) sind. Sie ist gleichzeitig Berater und Ansprechpartner für die Mitarbeiter/-innen für den Bereich Kinderschutz. Das Amt der Ombudsmanns / der Ombudsfrau ist den Kindern und den Eltern darzustellen, die Kontaktdaten sind öffentlich zugänglich zu machen.

 

 

Elternabende

Elternabende sind ein wesentlicher Bestandteil der Elternarbeit im Kindergarten. Jährlich werden mindestens zwei Elternabende angeboten, die Themen dieser Abende ergeben sich entweder aus der aktuellen Kindergartenarbeit oder aus den verschiedenen Wünschen der Eltern. Gerne laden wir auch Experten ein, die zu gewünschten Themen referieren.

 

 

Elternbeirat

Einmal im Jahr wird im Rahmen einer Elternversammlung der Elternbeirat gewählt, zu dieser Versammlung lädt der Träger ein. Der Elternbeirat soll aus mindestens drei Vertreter/-innen bestehen. Der Elternbeirat ist nicht nur ein wichtiges Bindeglied zwischen den Eltern und der Einrichtung, er hat auch Vorschlags- und Auskunftsrechte gegenüber dem Träger und dem pädagogischen Personal (vgl. § 27 HessKiföG). Die Eltern haben jederzeit die Möglichkeit, an den Elternbeirat heranzutreten und ihre Anliegen und Wünsche vorzubringen. Die Elternbeiratssitzungen sollen mindestens alle 3 Monate stattfinden, hier werden u.a. aktuelle Themen bearbeitet, pädagogische Konzepte vorgestellt, Feste geplant, Wünsche, Ideen und auch Probleme besprochen. Der Elternbeirat ist unabhängig und gibt sich eine Geschäftsordnung. Der Träger entwickelt eine Struktur gemäß § 27 Abs.4 HessKiföG.

 

 

Entwicklungsgespräche

Mindestens einmal im Jahr findet ein Entwicklungsgespräch statt, dies dient zum Austausch von Sichtweisen und Wahrnehmungen von Entwicklungsschritten, Stärken und Interessen des Kindes. Grundlage dieses Elterngespräches sind systematische Beobachtungen der Fachkräfte und deren fundierte Dokumentation. Daneben können bei Bedarf sowohl die Eltern als auch die Erzieher/-innen jederzeit den Wunsch nach einem Gespräch äußern.

 

 

Erntedankfest

An diesem Festtag Anfang Oktober wollen wir „Danke“ sagen für die gute Ernte und dass wir jeden Tag genug zum Essen haben. Alle Kinder bringen von zu Hause Obst, Gemüse oder Brot mit und gemeinsam machen wir daraus ein leckeres Buffet.

 

 

Essenssituation

Ziel unserer ernährungspädagogischen Arbeit ist es, Kinder zu einem selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Umgang mit Essen und Trinken zu befähigen. Dazu gehören die Entwicklung eines Wahrnehmungsgefühls für Hunger und Durst, Geschmacks- und Sinnesschulung, Kenntnisse über Hygiene und ein eigenverantwortlicher Umgang mit Lebensmitteln. Die regelmäßige Einnahme der Mahlzeiten hilft den Kindern, sich im Tagesablauf zu orientieren und zurechtzufinden. Gemeinsam mit den Kindern schaffen wir die Bedingungen für eine positive Essensatmosphäre, wir wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass gemeinsames Essen auch eine soziale Rolle spielt. Frühstück, Vespermahlzeit und Getränke werden von den Kindern von zu Hause mitgebracht, so haben Kinder und Eltern die Möglichkeit, besondere Vorlieben und Geschmäcker zu berücksichtigen. Über die Zusammensetzung dieser Mahlzeiten werden wir mit den Eltern Absprachen treffen. In unserem Waldkindergarten legen wir großen Wert darauf, dass die Mahlzeiten gemeinsam eingenommen werden. Durch ein bestimmtes Ritual, z.B. einen Tischspruch oder ein Lied, signalisieren wir den Kindern, dass die Essenszeit beginnt. Die pädagogischen Fachkräfte nehmen beim Essen eine Vorbildfunktion ein. Ihnen ist bewusst, dass ihr Essverhalten von den Kindern beobachtet wird und dadurch Einfluss auf ihre Essgewohnheiten hat. Bei uns darf jedes Kind selbst entscheiden, ob, was und wie viel es isst. Hat ein Kind während des Frühstücks oder der Vespermahlzeit noch keinen Hunger, weil es z.B. morgens zu Hause ausgiebig gefrühstückt hat, muss es nicht zur vorgeschriebenen Zeit essen. Wir vertrauen auf die Fähigkeit der Kinder, zwischen Hunger und Sättigung unterscheiden zu können. Einige Kinder lassen sich viel Zeit, erzählen, genießen ihr Frühstück, andere essen zügig, damit sie wieder weiter spielen können. Wer fertig mit dem Essen ist, räumt selbstständig seine Sachen ein. Braucht oder wünscht sich ein Kind Hilfe bei dieser Tätigkeit, wird es diese selbstverständlich bekommen. Wir streben ein gesundes Frühstück an und werden mit den Eltern zusammen entsprechende Empfehlungen ausarbeiten. An dieser Stelle möchten wir bewusst nichts vorgeben sondern partizipativ mit den Eltern Regelungen entwickeln (zuckerfreier Vormittag?, Zusammenarbeit mit der Jugendzahnpflege? usw.).

 

 

Feste und Feiern

In unserem Waldkindergarten haben Feste und Feiern einen ganz besonderen Stellenwert, sie geben uns Struktur und Orientierung im gesamten Kindergartenjahr. Jedes Fest findet nur einmal im Jahr statt, deshalb wollen wir jeder Festlichkeit einen ganz besonderen Rahmen geben. Gerade Feste und Feiern bieten einen idealen Rahmen, um Partizipation zu leben und den Kindern die Möglichkeit zu geben, ihre Wünsche und Vorstellungen äußern und umsetzen zu können. Außerdem bietet die Organisation von Festen die Chance, die Arbeit des Kindergartens transparent zu machen. So geben wir auch einen Einblick in das Können der Kinder und unser Wirken.

 

Natürlich werden wir auch die Feste anderer Religionen und Kulturen feiern, wenn Kinder mit einer anderen Religionszugehörigkeit oder aus einem anderen Kulturkreis unseren Waldkindergarten besuchen.

 

 

Geburtstagsfeier

An diesem besonderen Tag soll das Kind Mittelpunkt während des Feierablaufs sein. Wir werden Geburtstagslieder singen, dem Geburtstagskind gratulieren und natürlich ein kleines Geschenk überreichen. Das Geburtstagskind bringt an diesem Tag etwas zum Essen mit (z.B. Brezeln, Brötchen, Wurst, Käse, Rohkost, Obst oder auch einen Kuchen) und in fröhlicher Runde lassen wir uns das Essen schmecken. Es soll jedoch keine „ausgereifte Geburtstagsparty“ sein, sondern eine Ehrung und Wertschätzung für das einzelne Kind.

 

 

Gefahren im Wald

Neben den zahlreichen Möglichkeiten und Angeboten, in einem Waldkindergarten Bewegungsmangel und anderen Defiziten entgegenzuwirken, gibt es auch bestimmte Gefahren, die von allen Beteiligten beachtet werden müssen:

 

Fuchsbandwurm (Echinokokkose)

Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit, der u.a. im Dünndarm von Füchsen lebt. Zur Weiterentwicklung der Wurmeier benötigt der Fuchsbandwurm einen Zwischenwirt. Die Eier werden über den Kot des Fuchses ausgeschieden und abgestoßen. Da der Mensch ebenfalls die Funktion des Zwischenwirtes übernehmen kann, ist eine Infektion möglich. Deshalb ist es wichtig, keine Waldfrüchte (Beeren etc.) zu verzehren oder Kot anzufassen.

 

Tollwut (Rabies)

Tollwut ist eine durch Viren ausgelöste Infektionserkrankung. Sie wird in der Regel durch den Biss oder den Speichel eines erkrankten Tieres übertragen. Die Kinder sollten daher wissen, dass ein zutrauliches (sonst scheues) Wildtier eine Tollwutinfektion haben könnte. Im Wald gilt daher grundsätzlich, dass Wildtiere oder tote Tiere nicht angefasst oder berührt werden dürfen.

 

Wundstarrkrampf (Tetanus)

Tetanus ist eine durch Bakterien ausgelöste Erkrankung. Entstehen kann die Krankheit durch einen Erreger, der in der Erde, an rostigen Gegenständen oder in Fäkalien (von Mensch oder Tier) vorkommen kann. Besonders bei tiefen Verletzungen wie Schnitt- oder Splitterwunden, aber auch bei Stichen und Bissen kann es zu einer Infektion kommen. Daher ist eine Impfung gegen Tetanus ratsam.

 

Vergiftung

Durch den Verzehr von Waldfrüchten (Beeren, Pilze o.Ä.) ist eine Vergiftung möglich. Sie hängt jedoch von den individuellen Voraussetzungen des Kindes und der Art der Pflanze ab. Ausschlaggebend ist die Wirkstoffmenge. Symptome einer Vergiftung können sein:

• Übelkeit o Brechreiz

• Schweißausbrüche

• Durchfall

• Benommenheit oder Schwindel

Auch hier ist es besonders wichtig, dass keine Beeren, Pilze oder andere Pflanzen in den Mund gesteckt oder gegessen werden.

 

Zeckenbisse

Zecken halten sich bevorzugt in niedrigem Buschwerk, Sträuchern, Gräsern oder Farnen auf. Beim Vorbeilaufen werden sie dort mit dem Körper abgestreift. Zecken können zwei Infektionskrankheiten übertragen, die „Frühsommer–Meningoenzephalitis“ (FSME) und die „Lyme–Borreliose“.

Deshalb tragen die Kinder auch in den warmen Frühjahrs- und Sommermonaten Kleidung, die den Körper vollständig bedeckt (langärmelige T-Shirts, lange Hose oder Leggins, Strümpfe und feste Schuhe). Es ist wichtig, die Kinder nach dem Waldaufenthalt sorgfältig nach Zecken abzusuchen. Eventuell vorhandene Zecken sollten unmittelbar mit einer Zeckenzange oder -pinzette entfernt werden (bitte keine Öle, Nagellack o.Ä. verwenden).

 

Insektenstiche oder –bisse

Wichtig ist, dass im Sommer auf süße Nahrungsmittel verzichtet wird. Außerdem sollten die Kinder nur Wasser in ihren Trinkflaschen mitbringen. Bei den Trinkflaschen wird darauf geachtet, sie nach dem Trinken immer verschlossen zu halten. Ist eine allergische Reaktion auf Insektenstiche oder -bisse bekannt, sollte dies immer im Vorfeld mit den Erzieher/-innen abgeklärt werden (für solche Fälle wird evtl. ein Notfallset benötigt. Diese Frage thematisieren wir auch in den Aufnahmegesprächen.

 

 

Gruppenstruktur

Die Gruppenstruktur ist relativ einfach: Es gibt nur eine! Äußerlich wird nicht weiter in feste Gruppen strukturiert, alle Kinder sind in einer Gruppe zusammengefasst. Für spezifische Maßnahmen wird jedoch binnendifferenziert. So gibt es z.B. spezielle Maßnahmen oder Aufgaben für Vorschulkinder, es kann interessenbezogene Projektarbeit geben oder auch geschlechtsspezifisch getrennte Angebote.

Die Aufnahme von Kindern unter drei Jahren ist zunächst nicht geplant, soll aber in Zukunft ins Auge gefasst werden. In diesem Fall wären die Erweiterung des Konzepts und eine veränderte Betriebserlaubnis notwendig.

 

 

Handhygiene

Im Waldkindergarten ist das Benutzen eines Waschbeckens aufgrund der räumlichen Bedingungen meist nicht möglich. Für das Reinigen der Hände steht ein Wasserkanister (mit Wasserhahn) sowie Seife (biologisch abbaubar) oder Lavaerde zur Verfügung.  Zum Trocknen der Hände werden täglich frische Stoff- oder Papierhandtücher verwendet. Die Handreinigung findet nach jedem Toilettengang und vor jedem Verzehr von Lebensmitteln (Frühstück, Mittagssnack) statt.

 

 

Hospitation

Gerne dürfen die Eltern im Waldkindergarten hospitieren. So haben sie die Möglichkeit, ihr Kind während des Kita-Alltags zu beobachten und sich zu vergewissern, dass es sich wohl fühlt. Diese Begleitung gibt auch den Kindern ein gutes Gefühl und sie erleben so, dass die

Eltern an ihrer Lebenswelt interessiert sind.

 

 

Informationsmitteilung

In unserem Waldkindergarten werden wir Informationen durch unterschiedliche Medien mitteilen. Mit einem Wald-Handy (hier werden alle wichtigen Telefonnummern eingespeichert sein) kann im Notfall schnell Hilfe geholt werden, Eltern können uns jederzeit darüber erreichen. Über das Handy werden wichtige aktuelle Informationen zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften ausgetauscht (z. B. über Erkrankungen oder Befindlichkeiten der Kinder).

 

An unserem Bauwagen wird sich eine Info-Tafel befinden. Hier wird es allgemeine Informationen, z.B. über anstehende Termine, geplante Ausflüge und Aktivitäten, interessante Vorträge anderer Veranstalter oder lesenswerte Zeitungsausschnitte geben. Neben all den wechselnden Aushängen bekommen die Kinder die wichtigsten Informationen auch in Form eines Elternbriefs mit nach Hause. Um Informationen kurzfristig und schnell an die Eltern weiterzugeben, werden wir eine sogenannte „Notfalltelefonliste“ angelegen. Hier wird eine Telefonkette durch die pädagogische Fachkraft in Gang gesetzt, um unvorhersehbare Ereignisse, wie z.B. extreme Wetterbedingungen und der damit verbundene Standortwechsel oder kurzfristige Terminänderungen mitzuteilen.

 

Um laufende Projekte zu beschreiben und zu visualisieren, Fotos oder Berichte von Gruppenaktivitäten zu veröffentlichen, Bastelarbeiten oder Kunstwerke auszustellen, wird es einen „Bildungsrahmen“ geben.

 

 

Kinderschutz

§ 8a SGB VIII gibt den klaren Auftrag an Institutionen, für den Schutz von Kindern Verantwortung zu übernehmen. Vor allen Erziehungsleistungen muss ein Kind sicher und geschützt sein. Kindeswohl ist vorrangig. Neben diesem klaren Auftrag ist in der Praxis der Umgang mit Kindeswohlgefährdung nicht immer eindeutig und bedarf einerseits einer hohen Sensibilität und andererseits klarer Verfahrensregeln. So wird z.B. von allen Mitarbeiter/-innen (auch Ehrenamtliche und Praktikant/-innen) die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses verlangt. In einem Turnus von fünf Jahren muss das Führungszeugnis erneut eingereicht

werden.

 

Wir differenzieren zunächst drei Begriffe zur Einordnung:

Akute Gefährdung, latente Gefährdung und Hilfebedarf. Während die ersten beiden in den Bereich von §8a fallen, kann sich die Einschätzung, dass ein Hilfebedarf vorliegt, zu einer Kindeswohlgefährdung entwickeln. Zur Einschätzung und Klärung sind immer das Mehraugenprinzip und ein abgestuftes Verfahren anzuwenden.

 

Erhält eine Mitarbeiterin einen Hinweis auf Kindeswohlgefährdung oder hat den Eindruck, dass eine Gefährdungslage vorliegt, ist unmittelbar eine interne Absprache mit der Kollegin zu führen sowie eine Aktennotiz anzulegen. Folgende Verfahrensregeln kommen dann zum Tragen:

1. Kommen beide Mitarbeiterinnen zu dem

Ergebnis, dass eine akute Gefährdung vorliegt und dem Kind sofort Hilfe zukommen sollte, hat unmittelbar eine Beratung mit dem Jugendamt zur Klärung zu erfolgen. Dieses Verfahren kann telefonisch erfolgen und hat Vorrang vor dem täglichen Ablauf. Der gesamte geschäftsführende Vorstand des Vereins ist am gleichen Tag zu informieren.

 

2. Kommen die Mitarbeiterinnen zu dem Ergebnis, dass eine latente Gefährdungslage vorliegt, ist ein erweiterter Kreis von Experten hinzuzuziehen. Ein Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes ist unmittelbar zum Team hinzu zu berufen, um zu einer gemeinsamen Gefährdungseinschätzung zu kommen. Zur Klärung kann das Jugendamt als beratende Instanz hinzugezogen werden, ggf. auch anonymisiert. Außerdem wird angestrebt, eine externe „insoweit erfahrene Fachkraft“ (ISEF) für das Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung zu gewinnen. Neben der Einschätzung wird ein Schutzplan erarbeitet, der festlegt, welche nächsten Schritte innerhalb der Einrichtung möglich sind und wie diese umgesetzt werden. Diese Schritte müssen immer zeitnah erfolgen und sind zu dokumentieren. Nach jedem Schritt erfolgt eine erneute Einschätzung zum Gefährdungspotential. Kann innerhalb der Einrichtung die Gefährdung nicht beseitigt werden, weil sich z.B. Eltern nicht zur Zusammenarbeit bereit erklären, ist das Jugendamt zu informieren.

 

3. Kommen alle Beteiligten (Mitarbeiterinnen, Vorstand, ISEF) zu dem Ergebnis, dass ein Hilfebedarf vorliegt, ist ebenfalls ein Schutzplan zu erstellen, dessen primäres Ziel sein soll, Eltern zu beraten und ggf. eine Hilfe zur Erziehung (HzE) zu beantragen. Eltern sind auf diesem Weg zu unterstützen und als Partner zu sehen. Dabei ist zu beachten, dass auch von Eltern / einem Elternteil Gefährdungen ausgehen können. Hier ist permanent zu überprüfen, ob sich die Gefährdungslage verändert und ob damit die Grenze zur Gefährdung überschritten wird.

 

Der gesamte Prozess mit Gesprächen, Einschätzungen, Beratungen ist fortlaufend zu dokumentieren.

Im Zuge der Qualitätsentwicklung sind die Verfahren zum Kinderschutz weiter zu entwickeln. So ist z.B. eine standardisierter Bogen zur Einschätzung von Risiko- und Schutzfaktoren zu entwerfen.

 

 

Klima - Wetter / Kleidung

Da sich die Kinder im Waldkindergarten bei jedem Wetter draußen aufhalten und bewegen, ist es wichtig, sich den unterschiedlichen Jahreszeiten und Witterungsbedingungen anzupassen und sich zu schützen. In den Herbst- und Wintermonaten tragen die Kinder ihre Kleidung in mehreren Schichten übereinander, auch „Zwiebelmethode“ oder „Zwiebellook“ genannt. Dies hat den Vorteil, dass bei Bedarf eine Schicht einfach aus- oder wieder angezogen werden kann.

 

Dazu gehören:

• lange Unterhose / Strumpfhose

• langärmelige Shirts und Pullover

• wind- / wasserdichte Jacke

• wind- / wasserdichte Hose (gefütterte Regen- bzw. Matschhose)

• warme Mütze

 

Außerdem:

• warme Handschuhe evtl. Gummistiefel

• vor allem feste und wasserabweisende Schuhe (Lauf- oder Wanderschuhe)

• ein Sitzkissen

• Trinkflasche

• Rucksack (geeignet ist ein Rucksack mit Brustschnalle)

• Brotdose

 

In den warmen und heißen Sommermonaten ist es sinnvoll, auf einen ausreichenden Schutz vor intensiver Sonneneinstrahlung zu achten. Die Kinder tragen auch dann:

• langärmelige Hemden oder T-Shirts

• dünne lange Hosen oder Leggins

• Kopfbedeckung (Hut, Kappe, Kopftuch)

• Strümpfe

• feste Schuhe (keine Sandalen)

• evtl. Sonnencreme / Insektenschutz

 

 

Kurzkontakte beim Bringen und Abholen der Kinder

Die sogenannten „Tür-und-Angel-Gespräche“ sind eine wichtige Grundlage gegenseitiger unterstützender Zusammenarbeit und wachsenden Vertrauens. Hier werden spontan kurze Gespräche geführt, wichtige Informationen weitergegeben oder Begebenheiten des Alltags ausgetauscht. Dies ist sowohl für die pädagogische Fachkraft als auch für die Eltern wichtig, um individuell und situationsorientiert auf das Kind eingehen zu können.

 

 

Laternenfest

Für dieses Fest basteln wir mit den Kindern Laternen und laden dann die Familien zu einer Laternenwanderung in den frühen Abendstunden ein. Diesen Abend wollen wir mit einer kleinen Feier beenden, diese soll gemeinsam mit dem Elternbeirat geplant und organisiert werden.

 

 

Leitungsstruktur

Michaela Jensen und Elke Stadler nehmen als Team gleichberechtigt die pädagogische Leitungsfunktion war. Strukturelle Steuerungsaufgaben liegen beim geschäftsführenden Vorstand des Vereins. Aufgrund des Vereinscharakters (Trägerverein) waren die beiden Mitarbeiterinnen an der Entwicklung und Gründung des Vereins maßgeblich beteiligt. Während die pädagogische Arbeit vor Ort vergütet wird, sind Tätigkeiten im Rahmen der Vereinsverwaltung ein Ehrenamt.

 

Unser Verständnis von pädagogischer Teamarbeit orientiert sich an einem kooperativen Modell. Gleichzeitig erscheint in einer Kleinsteinrichtung eine strukturelle Trennung nicht zielführend, zumal die Initiative zur Gründung von beiden Mitarbeiterinnen gleichwertig eingebracht wurde. So können wir davon ausgehen, dass ein großes Maß an „Selbstverantwortung, Eigeninitiative und Selbststeuerung der Teammitglieder sowie kommunikative, planerische und evaluative Kompetenzen vorhanden sind.

 

Daneben steht der Vorstand des Vereins den beiden zentralen Mitarbeiterinnen als beratende und unterstützende Ressource zur Verfügung. Die notwendige sozialpädagogische Fachlichkeit ist in diesem Gremium vertreten und wird insbesondere zur weiteren Konzept- und Qualitätsentwicklung zur Verfügung stehen.

 

 

Öffnungszeiten / Schließzeiten

Der Waldkindergarten ist von Montag bis Freitag von 8:00 bis 14:00 Uhr geöffnet. Feste und Feiern (z.B. Sommerfest) finden auch an Samstagen statt. Der Waldkindergarten ist in den Sommerferien für 3 Wochen und in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr sowie an den gesetzlichen Feiertagen geschlossen. Brückentage, Fort- und Weiterbildungstage (nicht jedes Jahr gleich) werden den Eltern rechtzeitig schriftlich mitgeteilt.

 

 

Osterfest

Wenn der Osterhase kommt, werden wir im Wald aus Zweigen, Blättern und Moos ein großes Osternest bauen. Wir schauen dann jeden Tag nach, ob uns der Osterhase etwas in das Nest gelegt hat und werden uns mit Liedern, Gedichten und Fingerspielen bei ihm bedanken.

 

 

Partizipation der Eltern: Erziehungspartnerschaft

„Da Eltern vorrangige Bezugspersonen und „Spezialisten“ für ihr Kind sind, ist eine Zusammenarbeit mit Kindertageseinrichtungen bei der Wahrnehmung ihrer Bildungs- und Erziehungsaufgaben notwendig“. Im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Erzieher/-innen und Eltern gilt es, eine Erziehungspartnerschaft anzustreben. Hier öffnen sich beide Seiten füreinander, tauschen ihre Erziehungsvorstellungen aus und kooperieren zum Wohle der Kinder. „Bei einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit findet das Kind ideale Entwicklungsbedingungen vor. Es erlebt, dass Familie und Kindertageseinrichtung eine positive Einstellung zueinander haben und viel voneinander wissen, dass beide Seiten gleichermaßen an seinem Wohl interessiert sind und sich ihm gegenüber erzieherisch ähnlich verhalten“.

 

Eltern sind für uns Erziehungspartner. Sie sind die wichtigsten Bezugspersonen der Kinder, die wir betreuen. Gegenseitige Wertschätzung, Achtung und Vertrauen sind für uns wichtige Punkte unserer Zusammenarbeit. Sie schaffen die Basis, um für das Wohl des Kindes gemeinsam bestmöglich sorgen zu können.

 

Grundlagen der Erziehungspartnerschaft sind:

• Eine vertrauensvolle, offene Atmosphäre mit gegenseitiger Akzeptanz, Toleranz und Wertschätzung

• Ein ständiger Austausch zwischen den pädagogischen Fachkräften und den Eltern

• Transparenz der pädagogischen Arbeit, um diese auf verschiedenen Ebenen für Eltern erfahrbar und nachvollziehbar zu machen

• Eine konstruktive Klärung von Meinungsverschiedenheiten, Konflikten und Krisen

 

Die wichtigsten Ziele der Elternarbeit sind für uns:

Den Eltern Informationen zu geben und gemeinsam zum Wohle des Kindes zu arbeiten. Das heißt, wir tauschen uns mit den Eltern über die Entwicklung und das Verhalten des Kindes in der Familie und Kindertageseinrichtung sowie über Erziehungsziele und –stile aus. Denn so können wir in die Lebenswelt der Kinder einen Einblick erhalten und an ihren Bedürfnissen orientiert pädagogisch arbeiten.

 

Wir wollen die Erziehungs- und Bildungskompetenz der Eltern stärken, indem wir ihnen verdeutlichen, dass sie auch auf diesem Gebiet eine wichtige Rolle spielen. Wir informieren sie über die kindliche Entwicklung und über ein entwicklungsförderndes Verhalten sowie über altersentsprechende Beschäftigungsmöglichkeiten, Spiele, Bücher etc.

 

Die Beratung von Eltern und die Vermittlung von Hilfsangeboten ist ebenso ein mögliches Ziel. Bei auftretenden Problemen, wie z.B. Erziehungsschwierigkeiten oder Entwicklungsverzögerungen, werden wir uns mit den Eltern über mögliche Ursachen austauschen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Gegebenenfalls werden wir die Eltern über Fachdienste informieren und sie motivieren, diese Hilfs- und Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen.

 

Wir werden interessierten Eltern ermöglichen, unseren Alltag mitzuerleben, indem wir sie in die pädagogische Arbeit miteinbeziehen. Sie werden eingeladen, Bildungsangebote und Projekte durch aktive Mitarbeit zu bereichern.

 

Die Beteiligung der Eltern, deren Mitverantwortung und Mitbestimmung ist für uns ein wichtiges Ziel. Die Elternschaft ist auf institutioneller Ebene an wesentlichen Angelegenheiten zu beteiligen. Die Elternvertreter sollen motiviert werden, sich als Sprachrohr der Eltern einzubringen und deren Vorschläge zu unterbreiten sowie Interessen und Wünsche vorzutragen.

 

Außerdem soll die Vernetzung der Familien, z.B. durch gemeinsame Aktivitäten, zum Gesprächs- und Erfahrungsaustausch gefördert werden. Auf diese Weise kann eine wechselseitige Unterstützung von Familien zustande kommen und so die Hilfe zur Selbsthilfe gefördert werden. Auch eine Vernetzung zu anderen Institutionen, wie z.B. Familienbildungsstätten oder Erziehungsberatungsstellen, ist Ziel unserer Elternarbeit.

 

Wir möchten Elternarbeit in vielfältiger Form anbieten, um den Eltern Möglichkeiten zu bieten, am Kindergartenalltag teilzuhaben und einen Einblick in die pädagogische Arbeit zu bekommen.

 

 

Partizipation der Kinder

Strukturierte und vor allem demokratische Mitbestimmung ist eine der zentralen gesellschaftlichen Errungenschaften einer modernen Gesellschaft. Für alle Pädagogen in der Erziehungsarbeit ist damit ein inhaltlicher Bildungsauftrag verbunden. So sind Regeln der Gesprächsführung zu lernen und zu akzeptieren (zuhören, melden, ausreden lassen etc.), es gilt, Mehrheitsentscheidungen zu akzeptieren (Frustrationstoleranz) ohne den Minderheitenschutz aus dem Auge zu verlieren. Kinder sollen in der Lage sein, ihre Bedürfnisse und Wünsche zu formulieren und zu argumentieren, aber auch die Äußerungen der anderen wahr und ernst zu nehmen, es müssen Kompromisse und Lösungen gefunden und akzeptiert werden, es sind Konfliktlösungsstrategien einzuüben und nicht zuletzt sind die Kinder mit ihren Rechten (in der Kita aber auch allgemeine Kinderrechte) vertraut zu machen. Letztlich geht es im Bereich Partizipation um nichts Geringeres, als um das Einüben demokratischer Grundstrukturen. Es geht um die emotionalen, sozialen und demokratischen Kompetenzen, um in die Lage versetzt zu werden, human Verantwortung für sich, für andere und für zukünftige zu übernehmen. Diese Kompetenzen können sich jedoch nur entfalten und entwickeln, wenn sie gelebt werden und praktische Relevanz erhalten. Unter praktischer Partizipation verstehen wir verschiedene Formen von Beteiligung und Mitbestimmung der Kinder an der Struktur und der täglichen Praxis in der Einrichtung. Damit sind sowohl strukturierte Formen als auch eine grundsätzliche Haltung gegenüber dem Kind gemeint.

 

Auf struktureller Ebene ist eine wöchentliche „Waldversammlung“ vorgesehen. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, Beschwerden, Vorschläge und Wünsche einzubringen. Diese Versammlung wird von den Erzieherinnen moderierend strukturiert. Es gibt eine Tagesordnung mit festen Punkten (Aktivitäten in der nächsten Woche, Geburtstage, Feste usw.), die zum einen der Information und Transparenz dienen und zum anderen Diskussions- und Entscheidungsräume öffnen. Darüber hinaus ist es immer möglich, bei besonderen Problemlagen und Vorkommnissen dem einzelnen Kind oder einer Gruppe vorzuschlagen, eine aktuelle Versammlung einzuberufen. Strukturell ist zunächst kein weiteres Instrument geplant, die Kinder sollen sich selbst eine partizipative Praxis erarbeiten.

Damit Partizipation gelingt, bedarf es auf Seiten der Erzieher/-innen einer offenen, positiven und zugewandten Haltung und dem Bewusstsein, dass Partizipation eine Querschnittsaufgabe ist, die den gesamten Umgang mit den Kindern prägt. Sie müssen in der Lage sein, Verfahrensweisen und Regeln darzustellen und sich im Zweifelsfall auch hinterfragen zu lassen. Hier ist besonderes Feingefühl notwendig, so soll echte Beteiligung auch in relevanten Fragen möglich sein, es muss auf „Augenhöhe“ argumentiert werden, gleichzeitig darf und soll die Grenze zwischen Erwachsenen und Kindern nicht verwischen.

 

 

Personal

Für die pädagogische Arbeit werden zwei staatlich anerkannte Erzieherinnen mit jeweils einem Stellenumfang von 32 Wochenstunden eingestellt. Michaela Jensen und Elke Stadler verfügen über langjährige Berufserfahrung als Erzieherinnen sowohl in Regel- als auch in Waldkindergärten.

 

 

Pflegesituation

Die Pflegesituationen werden achtsam und bewusst gestaltet, da sie ein sehr persönlicher und intimer Moment für das Kind sind. Alle Pflegesituationen geschehen mit Einwilligung und Kooperation des Kindes. Das Wickeln oder auch das Wechseln der Kleidung führen nur Fachkräfte, die den Kindern vertraut sind, durch. Alle neuen Mitarbeitenden werden erst nach einer mindestens zweiwöchigen Einarbeitungszeit in die Wickelsituation eingeführt. Vor Beginn der jeweiligen Pflegesituation treten wir mit dem Kind in Kontakt, bereiten es so auf die Situation vor und gehen auf individuelle Wünsche ein. Möchte ein Kind z.B. nicht mehr im Liegen gewickelt werden, reagieren wir auf diese Situation und wickeln es im Stehen. Beim Wickeln oder dem Wechseln von Kleidung erfahren die Kinder emotionale Zuwendung, sie werden von uns liebevoll umsorgt und gepflegt. Über Hautkontakt beim An- und Ausziehen wird außerdem die Wahrnehmung der Haut gefördert. Die Eltern sind dafür zuständig, dass sich immer ausreichend Wechselkleidung und Hygiene-Artikel (z.B. Feuchttücher, Windeln) im Bauwagen befinden. Jedes Kind wird hierfür ein eigenes Fach im Bauwagen bekommen, in diesem Fach werden auch die gebrauchten Sachen verstaut.

 

Wechselkleidung ist ein wichtiges Utensil, denn z.B. bei regnerischem Wetter haben wir so die Möglichkeit, die Kinder wieder trocken und warm einzupacken, wenn die Kleidung beim Toben durch Pfützen nass geworden ist. Auch im Prozess des „Sauberwerdens“ kann es zu Zwischenfällen kommen, dann ist es wichtig, dass genügend Wechselkleidung zur Verfügung steht. Uns ist wichtig, dass die Autonomie beim Wickeln gewährleistet wird, ohne die Kinder zu überfordern. Alle Tätigkeiten, die die Kinder schon selbst verrichten können, dürfen sie selbstverständlich auch selbst ausführen.

 

Die Anwendung von Pflegeprodukten (z.B. feuchte Reinigungstücher, Wundschutzcreme) wird mit den Eltern abgesprochen, ansonsten wird nur Wasser zum Reinigen benutzt. Auf die Hygienebestimmungen wird geachtet, die nähere Beschreibung hierzu findet sich in unserem Hygieneplan. Auch während der Sauberkeitserziehung achten wir auf die Autonomie des Kindes. Die Kinder bestimmen den Zeitpunkt selbst, wann sie bereit sind, eine Toilette zu benutzen und keine Windel mehr zu tragen. Wir begleiten diesen Entwicklungsschritt sensibel und stimmen uns mit den Eltern ab. Das Thema „Sauberwerden / -sein“ wird schon in unserem Aufnahmegespräch besprochen, um Druck zu nehmen und ggf. unterstützend zu beraten und unsere Haltung diesbezüglich vorzustellen. Auch in den Entwicklungsgesprächen werden wir ggf. die individuelle Entwicklung eines jeden einzelnen Kindes auf dem Gebiet der Sauberkeitserziehung zum Thema machen und entwicklungspsychologisches Fachwissen an die Eltern weitergeben. Sollten dennoch Probleme auftreten, könnten Fachvorträge oder auch die Zusammenarbeit mit anderen beratenden Stellen ein gutes Angebot sein, um den Eltern Unterstützung zu bieten und sich mit Fachleuten auszutauschen.

 

 

Platzkapazität

Der Kindergarten ist als Kleinkindertagesstätte angelegt, d.h. es wären nach den Förderrichtlinien maximal 25 Plätze für das Alter ab 3 Jahren bis zum Schuleintritt möglich. Aufgrund des besonderen Charakters eines Waldkindergartens (z.B. erhöhte Anforderungen an die Aufsicht) wird eine Regelgruppengröße von 20 angestrebt. Es müssen immer mindestens zwei Personen die Aufsicht gewährleisten und beim Betrieb des Kindergartens anwesend sein. In der Regel sind diese Personen fest angestellte pädagogische Fachkräfte im Sinne des Hessischen Kinderförderungsgesetzes. Für einen erhöhten Personalbedarf z.B. bei Urlaubs- oder Krankheitsvertretungen oder auch zur Unterstützung von Eingewöhnungen, sind im Finanzkonzept zusätzlich Mittel für Aushilfskräfte vorgesehen. Derzeit verfügen wir über einen Kontakt zu einer staatliche anerkannten Erzieherin, die längerfristig nicht arbeitet und bereit ist, als flexible Aushilfskraft einzuspringen.

 

 

Projektarbeit

Im Rahmen von Projekten werden sich die Kinder mit verschiedenen Lebenssituationen auseinandersetzten, in denen sie kognitive, soziale und emotionale Kompetenzen erwerben und für ihre Entwicklung wichtige Erfahrungen sammeln können. Die Initiative zu einem Projekt geht im Idealfall von einem Kind bzw. den Kindern aus, ergibt sich aus einer Situation, ist spontan oder geplant (z.B. nach einem Sturm könnte das Thema „Wind“ zu einem Projekt werden).

 

Die Kinder werden in die Projektplanung und Durchführung mit einbezogen und ihre Ideen, Vorschläge, Wünsche und Meinungen jederzeit berücksichtigt. Während des Projekts wird es immer wieder Reflexionsphasen geben, um mit den Kindern die nächsten Schritte zu besprechen und ihre Lernerfahrungen zu reflektieren. Da bei Projekten viele unterschiedliche Methoden eingesetzt werden, erleben die Kinder viel Abwechslung. Jedes Kind kann altersentsprechend seine Begabungen, Interessen und Neigungen mit einbringen und durch Beteiligung Erfolgserlebnisse sammeln. Unsere Projektergebnisse werden wir in einem sogenannten „Bildungsrahmen“ den Eltern präsentieren. Der „Bildungsrahmen“ ist eine definierte Fläche in unmittelbarer Nähe des Bauwagens, auf der mit Hilfe von Stellwänden, Tischen oder Ähnlichem, Projekte und Informationen öffentlich zugänglich sind. Die Darstellung der Ergebnisse ist nicht nur für die Kinder wichtig, sondern macht auch unsere pädagogische Arbeit transparent.

 

 

Sommerfest mit Verabschiedung der Vorschulkinder

In der letzten Woche vor den Sommerferien findet ein Sommerfest statt. Dieses Fest wird vom Trägerverein organisiert und durchgeführt. Hierzu sind alle Familien, Vereinsmitglieder und Interessenten an unserem Waldkindergarten eingeladen. Im Rahmen dieses Festes werden auch die Vorschulkinder verabschiedet werden.

 

 

Tagesstruktur

Wie in jedem anderen Kindergarten so ist es auch im Waldkindergarten wichtig, den Kindern durch einen gleichbleibenden und regelmäßigen Tagesablauf (besonders in der Anfangs- und Orientierungsphase) Struktur, Halt und Sicherheit zu vermitteln. Der Kindergartentag beginnt mit der Bringzeit, die innerhalb einer gewissen Zeitspanne an einem festen Treffpunkt stattfindet. Dieser Treffpunkt ist für die Eltern mit dem PKW gut zu erreichen. Dort befindet sich auch der Bauwagen. Nach der Begrüßung im Morgenkreis wird das im Rucksack mitgebrachte Frühstück, je nach Wetterlage in der Unterkunft oder im Freien, gemeinsam eingenommen. Nach dem Frühstück dürfen sich die Kinder in einem vorher festgelegten Bereich im freien Spiel individuell nach ihren Bedürfnissen bewegen (klettern, matschen, ausruhen, entdecken usw.).

Themen und Ideen der Kinder werden dann in angeleiteten Spielen und Angeboten aufgegriffen (Kreis- und Regelspiele, Bücher, Malen u. Basteln). Vorschularbeit findet ein- bis zweimal pro Woche für etwa 1 Stunde statt.

 

Natürlich werden auch verschiedene Ausflüge und kleine Wanderungen an vorher ausgewählte Plätze unternommen (je nach Absprache und Planung).

 

Der Kindergartentag wird durch den Abschlusskreis am Unterkunftsort beendet. Dort werden die Kinder wieder von ihren Eltern abgeholt.

 

 

Toilette / Toilettengang

Der Toilettengang findet (in den meisten Waldkindergärten) vorerst im Wald statt. Hierbei ist zu beachten, dass die Notdurft nicht direkt neben dem Bauwagen oder im Spielbereich erledigt wird. Wichtig ist, dass die Fäkalien in die Erde vergraben werden. Hierzu wird mit einem Spaten ein Loch gegraben und nach der Notdurft wieder zugeschüttet. Für die kleineren Kinder wird eine „portable toilet“ (vergleichbar mit einem Toilettenaufsatz) benutzt.

Für die nähere Zukunft ist eine Kompostiertoilette oder ein Toilettenhäuschen (Plumpsklo) vorgesehen.

 

 

Unternehmungen

Wir finden es wichtig, dass die Kinder ihr Lebensumfeld kennenlernen und dabei vielfältige lebenspraktische Erfahrungen sammeln. Unser Ziel ist, ihnen die Kompetenzen, die sie zur Bewältigung des alltäglichen Lebens brauchen, mit auf ihren Lebensweg zu geben. Damit die Kinder ihr regionales Umfeld erkunden können, planen wir nicht nur Ausflüge im Wald, sondern auch im Wohnumfeld, z.B. zu Spielplätzen, zur Feuerwehr, zur Polizei, zur Post oder zum Rathaus. Auch die Besichtigung ortsansässiger Handwerksbetriebe wäre wünschenswert, damit die Kinder einen Einblick in diese wertvolle und interessante Arbeit bekommen. Wir haben in der Aufbauphase „offene Türen“ in Langenselbold vorgefunden und hoffen, darauf aufbauen zu können, um den Kindern viele Möglichkeiten zu bieten, ihre Umgebung kennenzulernen und neugierig zu erkunden. Außerdem sollen Ausflüge mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die weitere Umgebung stattfinden, bei der Planung dieser Aktivitäten werden wir die Kinder mit einbeziehen und ihre Wünsche berücksichtigen. Diese Ausflüge und auch die Erkundungen der näheren Umgebung sind ganztägig geplant, d.h. die Kinder werden morgens an einen Treffpunkt in der Stadt gebracht, von dort startet dann die Unternehmung.

 

 

Verhaltensregeln im Wald

Da wir nur Gäste in Wald und Flur sind, gibt es bestimmte Regeln, an die sich Kinder sowie Erzieher/-innen halten müssen. Diese Regeln haben nicht nur etwas mit dem Respekt gegenüber der Natur zu tun, sondern sind auch besondere Schutzregeln für Kinder und Erzieher/-innen.

Diese Verhaltensregeln werden überprüft, sind Teil der Aufsichtspflicht und werden bei Bedarf neu vereinbart. Da viele dieser Regeln mit Hygiene, Gesundheit und Unfallschutz zu tun haben, stellen wir sie an dieser Stelle dar.

 

• Wir laufen nur so weit, dass wir die Erzieher/-innen noch sehen und hören können.

• Wir bleiben in den vereinbarten Spielbereichen. (Wenn wir etwas weiter weg spielen wollen, müssen wir vorher eine/n Erzieher/-in fragen).

• Wir dürfen nichts in den Mund stecken oder essen (keine Waldfrüchte, keine Beeren, keine Pilze etc.).

• Wir trinken nur Wasser aus den mitgebrachten Trinkflaschen (nicht aus Bächen oder Tümpeln).

• Wir fassen weder tote Tiere noch Kot an.

• Wir klettern und balancieren nur auf ausgewählten Baumstämmen bzw. Bäumen.

• Mit Stöcken dürfen wir nicht rennen oder uns gegenseitig verletzen.

• Wir hinterlassen unsere Ausflugsziele sauber und wie wir sie vorgefunden haben. (Wir werfen keinen Müll in den Wald)

• Wir verhalten uns möglichst leise im Wald.

 

 

Wäsche

Stoffhandtücher, die wir zur täglichen Handreinigung verwenden, werden in einem Korb gesammelt und von den Erzieher/-innen gewaschen.

 

 

Waldfasching

An Fasching dürfen alle Kinder verkleidet kommen, wir wollen an diesem Tag viel Spaß miteinander haben. Es wird geschminkt, getanzt, gesungen und natürlich etwas Leckeres gegessen.

 

 

Waldweihnacht

Am letzten Tag vor den Weihnachtsferien kommt hoffentlich auch das Christkind in den Waldkindergarten. Wir machen eine Wanderung durch den Wald und hoffen, dass wir es irgendwo antreffen. Doch wo hat es sich nur versteckt? Hat es uns etwas mitgebracht? Damit wir bei unserer anstrengenden Suche auch genug Durchhaltevermögen haben, gibt es warmen Tee und wir stärken uns mit selbst gebackenen Plätzchen, die die Kinder von zu Hause mitbringen. Außerdem möchten wir an Weihnachten die Tiere nicht vergessen und schmücken deshalb einen Baum mit leckerem Essen für sie. Auf diese Art wollen wir den Tieren auch „Danke“ dafür sagen, dass wir Gast in ihrem Wald sein dürfen.

 

 

Wasserkanister

Für die Handreinigung gibt es zwei 10-Liter-Wasserkanister mit Wasserhahn, welche täglich mit frischem Wasser (Trinkwasserqualität) aufgefüllt werden. Die Reinigung erfolgt ebenfalls täglich mit heißem Wasser. Die Mitarbeiterinnen sind dafür verantwortlich, dass die Wasserkanister nach Schließung der Einrichtung mitgenommen werden, nach Vorschrift gereinigt und am nächsten Tag frisch gefüllt wieder in die Einrichtung gebracht werden.

 

 

Wickeln

Im Bauwagen gibt es eine Wickelauflage. Diese wird nach jedem Wickeln mit Desinfektionstüchern gereinigt. Die Erzieher/-innen tragen zu ihrem Schutz Einmalhandschuhe. Die Einmalhandschuhe und die Windeln werden in einem speziellen Windelmüllbeutel gesammelt und täglich entsorgt.

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Waldkindergarten auf dem Buchberg

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