Konzept

1. Konzeptdefinition und Konzeptverständnis

Mit diesem Konzept sollen die pädagogischen und strukturellen Rahmenbedingungen für einen Waldkindergarten auf dem Buchberg bei Langenselbold vorgestellt werden. Dieses Konzept dient zum einen der Erlangung einer Betriebserlaubnis, ist zweitens die zentrale Informationsquelle für Eltern und Kooperationspartner, aber drittens auch der Ausgangspunkt für eine fortzuschreibende Qualitätsentwicklung.

Ein Konzept, das wirklich gelebt wird, ist keine statische Angelegenheit, sondern unterliegt einer ständigen Veränderung und Anpassung. Diese erste Fassung stellt einen Konsens von Träger, Kommune und Mitarbeiter/innen dar, wie der Waldkindergarten in Langenselbold starten soll. In der Folge ist dieser Konsens an der täglichen Praxis und an den äußeren Anforderungen zu überprüfen und fortlaufend anzupassen. Da sich die Rahmenbedingungen und pädagogische Praxis sind Veränderungen unterworfen, so wird dieses Konzept nie gänzlich fertig, sondern ständig weiterzuentwickeln sein. Konzeptarbeit ist für uns das zentrale Element einer dauerhaften Qualitätsentwicklung. In der Zukunft werden in diesem Prozess auch die Nutzer, sprich Eltern und vor allem auch die Kinder beteiligt. Außerdem wird es immer wieder notwendig sein, Abstimmungen mit den zuständigen Aufsichtsorganen zu suchen und zu finden. Mit der Integration vieler Professionen, Erfahrungen und Bedürfnissen soll dauerhaft erreicht werden, dass die Arbeit im Waldkindergarten auf einem hohen Niveau stattfindet und sich auch wirklich im in der täglichen Arbeit das Konzept widerspiegelt.

Dieses Konzept stellt die Grundlagen der Einrichtung zum Zeitpunkt der Eröffnung dar. Diesen grundsätzlichen Aufbau zu leisten ist für den jungen Verein eine große Aufgabe. Deshalb werden in diesem Konzept zwar die notwendigen Punkte beschrieben, es werden jedoch auch zusätzliche Vorhaben benannt, die uns zur Zeit überlasten würden, die aber mittelfristig umzusetzen sind (z.B. Inklusion, Aufnahme von Kindern unter 3 Jahren).

Darüber hinaus ergeben sich aus dem vorliegenden Konzept auch weitere Aufgaben zur Entwicklung des noch jungen Trägers. Der Verein „ERLEN-WALD e.V.“ ist kein erfahrener „alter Hase“ in der pädagogischen Landschaft den MKK. Er ist eine Initiative von einigen engagierten Pädagogen und deren Freunden, verfügt dadurch über ausreichend pädagogische und strukturelle Erfahrung zum Aufbau des Waldkindergartens und vor allem über viel Engagement und Kreativität. In vielen Bereichen muss sich der Verein jedoch noch entwickeln. So werden in diesem Konzept zwar Aussagen zu Öffentlichkeitsarbeit, Sponsoring oder zum Leitbild gemacht, diese und andere Punkte werden den Verein aber sicher noch die nächsten Jahre beschäftigen und Aufgaben zur weiteren Entwicklung der Einrichtung sein.

Grundlage zur Entwicklung dieses Konzeptes waren vor allem drei Quellen. Zum einen die Erfahrungen und Vorstellungen der Pädagogen aus dem Trägerverein. Hier versammelt sich erzieherisches und sozialpädagogisches Fach- und Praxiswissen aus den Bereichen Wald- und Erlebnispädagogik. Zum andere ergaben sich aus dem Hessischen Erziehungs- und Bildungsplan[1] zentrale Elemente der konzeptionellen Gestaltung. Außerdem war es die Checkliste zur Konzeptentwicklung aus dem Main-Kinzig-Kreis, die sich hier zwar nicht deckungsgleich in der Gliederung widerspiegelt, aber inhaltlich abgearbeitet wurde und wichtig für die Vollständigkeit der Überlegungen war.

2. Der Träger: „Erleben und Lernen im Wald: ERLEN-WALD e.V.“

Der Verein wurde im Sommer 2015 von Pädagogen und pädagogisch Interessierten gegründet. Allen Gründern gemein ist die Affinität zu einer naturnahen Erziehung- und Bildungsarbeit. Natur- und erlebnispädagogische Methoden scheinen dem Träger besonders geeignet, Kinder und Jugendliche auf die Anforderungen einer modernen Gesellschaft vorzubereiten und in die Lage zu versetzen, verantwortungsbewusste Mitglieder dieser Gesellschaft zu werden. Dabei geht es nicht nur um konkrete Bildungsinhalte, sondern in erster Linie um die Entwicklung und Förderung spezifischer sozialer Basiskompetenzen, personaler Fähigkeiten, individueller Ressourcen und Resilienzen.

Das Leitbild des Vereins ist ein solidarisches, tolerantes und humanitär geprägtes Gemeinwesen, in dem Individuen bereit sind, im Rahmen ihrer Möglichkeiten gesamtgesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Damit dies gelingt, sind Dialog- und Kompromissbereitschaft, Kritikfähigkeit und vor allem ein gesundes Selbstbewusstsein notwendige Grundvoraussetzungen.

Weiterhin sieht sich der Verein der Idee einer sozial gerechten, nachhaltigen und auf Teilhabe ausgerichteten Gesellschaft verpflichtet. Das Recht auf gleiche Bildungs- und Entwicklungschancen, ein menschenwürdiges Leben und die Entfaltung der individuellen Persönlichkeit sind grundlegende Werte für die jetzige und kommende Generation.

Der Verein wurde bewusst als Trägerverein gegründet, der seine Ziele nicht nur in einem Waldkindergarten in Langenselbold verwirklichen kann, sondern potentiell für weitere Standorte und Zielgruppen natur- und erlebnispädagogische Projekte, Einrichtungen und Maßnahmen aufbauen und anbieten kann. Damit unterscheidet er sich von einer regional verorteten Elterninitiative. Ein deutliches Merkmal der besonderen Struktur ist sicher, dass die potentiellen Mitarbeiter/innen des Waldkindergartens nicht nur Vereinsmitglieder sind, sondern auch einen Teil des geschäftsführenden Vorstandes bilden und damit unmittelbar Trägerverantwortung übernehmen.

Der Verein ist konfessionell, parteipolitisch und weltanschaulich unabhängig und wurde als gemeinnützig anerkannt.[2]

3. Die Kindertagesstätte: Entstehung / Geschichte / Struktur

3.1 Ein Waldkindergarten für Langenselbold.

Die Stadt Langenselbold als Standort für den Waldkindergarten ergab sich nicht unmittelbar aus der Entwicklung des Vereins. Die Initiative, einen Waldkindergarten als erstes Projekt des Vereins aufzubauen war von den oben angedeuteten Ideen und Vorstellungen der Vereinsgründer geprägt. Der Verein mit Sitz in Biebergemünd ist regional auf den Main-Kinzig-Kreis und dessen unmittelbarer Umgebung bezogen. Bei der Suche nach einem passenden Standort standen die Akteure des Vereins mit mehreren Kommunen in Kontakt. In Langenselbold fand der Verein gute Rahmenbedingungen und vor allem offene und interessierte Akteure in Politik und Verwaltung, die bereit waren, ihr regionales Netzwerk zu mobilisieren und den Verein zu unterstützen.

3.2 Lebenssituationen der Kinder in Familie und Wohnumfeld

Langenselbold ist mit seinen 13.643 Einwohnern[3] eine aufstrebende Kommune im Rhein-Main-Gebiet. Verkehrsgünstig gut gelegen, mit einer umfangreichen Infrastruktur ausgestattet und dennoch auch mit ländlich geprägten Elementen bietet die Stadt ideale Voraussetzungen für junge Familien. Langenselbold gilt als Wachstumskommune im Rhein-Main-Gebiet. Es liegen zwar keine Zahlen vor, aber es besteht der Eindruck, dass als eine Folge dieser Entwicklung in Langenselbold ein vergleichsweise hoher Anteil Mittelschichtfamilien lebt. Diese Entwicklung wird bewusst mit familienpolitischen Maßnahmen unterstützt. Der Waldkindergarten wird in diesem Zusammenhang als neues und attraktives Bildungsangebot in Ergänzung zu den bestehenden Angeboten gesehen. Die Wunsch- und Wahlmöglichkeiten der Eltern werden damit ausgebaut. Ein Bedarf ist vorhanden, so wird z.B. von einigen Eltern berichtet, die ihre Kinder in weiter gelegene Waldkindergärten (z.B. Büdingen) bringen.

3.3 Der Buchberg: Gelände und Umfeld der Einrichtung

Im Gegensatz zu Kindergärten in festen Gebäuden, ist beim Waldkindergarten die Umgebung und das vorhandene Gelände der Ort, an dem sich die Kinder aufhalten und an dem pädagogisch gearbeitet wird. Ausstattung und Räume im herkömmlichen Sinn sind nur sehr begrenzt notwendig, Material und Medien werden vor allem aus der natürlichen Umgebung generiert.

Die Stadt Langenselbold, das zuständige Forstamt und der Träger haben sich für den Buchberg als Standort für den Waldkindergarten entschieden. Der Buchberg ist die letzte Erhebung des nördlichen Vorspessarts, bevor dieser in die Ebene des Rhein-Main-Gebietes übergeht. Er gilt als Hausberg Langenselbolds und ist ein Stück regionaler Identität. Der Buchberg ist zwar 3 km vom Ortskern und 1 km vom Bahnhof entfernt und so in der Regel nur mit dem PKW erreichbar, die Zufahrt führt jedoch über eine öffentliche Straße, die auf dem Berg endet und die auch im Winter geräumt wird. Als Nachteil für den Buchberg kann sicherlich gesehen werden, dass alle Kinder mit PKWs gebracht werden müssen. Dies ist jedoch auch bei anderen Waldkindergärten nicht unüblich und viele Eltern organisieren Fahrgemeinschaften. Die Vorteile des Buchbergs liegen eindeutig bei den Bedingungen vor Ort. So kann der typische Bauwagen direkt neben einem Waldspielplatz in einem umzäunten Gelände aufgestellt werden. Der Bauwagen steht damit direkt am Waldrand neben einer offenen Lichtung. Das Gebiet ist insgesamt relativ eben, bietet aber auch mit kleinen Kuppen und Mulden abwechslungsreiche Spielmöglichkeiten. Der Wald ist offen und auch bei vollem Laub lichtdurchflutet. In direkter Nachbarschaft, ca. 150 m vom möglichen Aufstellort des Bauwagens entfernt, liegt die Gaststätte „Buchberggrill“, dort sind genügend Parkplätze vorhanden. Wahrzeichen des Buchbergs ist der ca. 30 m hohe „Buchbergturm“ direkt bei der Gaststätte. Der Turm ist öffentlich zugänglich und bietet bei schönem Wetter einen Blick zur Frankfurter Skyline in die eine und bis in den Vogelsberg und über den Spessart in die andere Richtung..[4]

Typisch für einen Waldkindergarten ist der Bauwagen als räumliches Zentrum der Einrichtung. Er soll Rückzugsmöglichkeit bei extrem schlechtem Wetter sein, ist der Treffpunkt zum Bringen und Abholen, kann Ruheraum sein und dient als Lager und Abstellmöglichkeit. In der Regel werden im Waldkindergarten keine bzw. kaum Angebote und Aktivitäten im Bauwagen selbst durchgeführt (Ausnahme ist z.B. gezielte Vorschularbeit). So wird in der Regel draußen gespielt, gebaut oder auch gegessen. Dafür werden einfache Sitzmöglichkeiten (z.B. Baumstämme) gesucht. Im Idealfall gestalten sich die Kinder diese Umgebung selbst bzw. sind daran beteiligt. So ist es nicht selten, dass in Waldkindergärten ganze „Möbellandschaften“ mit „grünen“ Stühlen, Tischen und Sofas entstehen.

Der Waldkindergarten auf dem Buchberg verfügt derzeit über einen alten Bauwagen (6 m x 2,2m) der renoviert wird und relativ einfach ausgestattet ist. Im Laufe des ersten Jahres wird (vor dem Winter) ein neuer Bauwagen angeschafft (8m x 2,40m), der speziell auf die Bedürfnisse eines Waldkindergartens zugeschnitten ist und auch über eine Heizmöglichkeit verfügt.[5]

In der Regel wird auch bei schlechtem Wetter der Kindergarten offen gehalten. Einzige Ausnahme sind Witterungslagen, die als gefährlich eingestuft werden können. Denkbar sind z.B. Blitzeis auf der Zufahrtsstraße oder extreme Sturmwarnungen. Für diese Fälle benötigt jeder Waldkindergarten einen Ausweichraum. Der Waldkindergarten am Buchberg verfügt zur Zeit über keinen festen Ausweichraum. Es liegt jedoch eine Zusage der Stadtverwaltung vor, dass dafür die Turnräume der kommunalen Kindertagesstätten genutzt werden können. Zur Eröffnung des Kindergartens werden die konkreten Räume benannt sein. Sobald die Entscheidung getroffen wurde, den Waldkindergarten witterungsbedingt geschlossen zu halten, werden die Eltern telefonisch informiert, außerdem wird ein gut sichtbares Informationsschild bei der Zufahrt zum Buchberg aufgestellt.

3.4 Struktur der Gruppe, Platzkapazität

Der Kindergarten ist als Kleinkindertagesstätte angelegt, d.h. es wären nach den Förderrichtlinien maximal 25 Plätze für das Alter ab 3 Jahren bis zum Schuleintritt möglich. Aufgrund des besonderen Charakters eines Waldkindergartens (z.B. erhöhte Anforderungen an die Aufsicht) wird eine Regelgruppengröße von 20 angestrebt. In Ausnahmefällen (z.B. frühzeitige Aufnahme von Geschwisterkindern, besondere Notlagen in Familien) kann die Gruppe kurzfristig auf 22 Kinder aufgestockt werden. Es müssen immer mindestens zwei Personen die Aufsicht gewährleisten und beim Betrieb des Kindergartens anwesend sein. In der Regel sind diese Personen fest angestellte pädagogische Fachkräfte im Sinne des Hessischen Kinderförderungsgesetzes[6]. Für einen erhöhten Personalbedarf z.B. bei Urlaubs- oder Krankheitsvertretungen oder auch zur Unterstützung von Eingewöhnungen, sind im Finanzkonzept zusätzlich Mittel für Aushilfskräfte vorgesehen. Derzeit verfügen wir über einen Kontakt zu einer staatliche anerkannten Erzieherin, die längerfristig nicht arbeitet und bereit ist, als flexible Aushilfskraft einzuspringen.

Die Gruppenstruktur ist relativ einfach: Es gibt nur eine! Äußerlich wird nicht weiter in feste Gruppen strukturiert, alle Kinder sind in einer Gruppe zusammengefasst. Für spezifische Maßnahmen wird jedoch binnendifferenziert. So gibt es z.B. spezielle Maßnahmen oder Aufgaben für Vorschulkinder, es kann interessenbezogene Projektarbeit geben oder auch geschlechtsspezifisch getrennte Angebote.

Die Aufnahme von Kindern unter drei Jahren ist zunächst nicht geplant, soll aber in Zukunft ins Auge gefasst werden. In diesem Fall wären die Erweiterung des Konzepts und eine veränderte Betriebserlaubnis notwendig.

3.5 Öffnungszeiten / Schließzeiten

Der Waldkindergarten ist von Montag bis Freitag von 8:00 bis 14:00 Uhr geöffnet. Feste und Feiern (z.B. Sommerfest) finden auch an Samstagen statt. Der Waldkindergarten ist in den Sommerferien für 3 Wochen und in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr sowie an den gesetzlichen Feiertagen geschlossen. Brückentage, Fort- und Weiterbildungstage (nicht jedes Jahr gleich) werden den Eltern rechtzeitig schriftlich mitgeteilt.

3.6 Ein Tag im Waldkindergarten: Tagesstruktur

Wie in jedem anderen Kindergarten so ist es auch im Waldkindergarten wichtig, den Kindern durch einen gleichbleibenden und regelmäßigen Tagesablauf (besonders in der Anfangs- und Orientierungsphase) Struktur, Halt und Sicherheit zu vermitteln. Der Kindergartentag beginnt mit der Bringzeit, die innerhalb einer gewissen Zeitspanne an einem festen Treffpunkt stattfindet. Dieser Treffpunkt ist für die Eltern mit dem PKW gut zu erreichen. Dort befindet sich auch der Bauwagen. Nach der Begrüßung im Morgenkreis wird das im Rucksack mitgebrachte Frühstück, je nach Wetterlage in der Unterkunft oder im Freien, gemeinsam eingenommen. Nach dem Frühstück dürfen sich die Kinder in einem vorher festgelegten Bereich im freien Spiel individuell nach ihren Bedürfnissen bewegen (klettern, matschen, ausruhen, entdecken usw.).

Themen und Ideen der Kinder werden dann in angeleiteten Spielen und Angeboten aufgegriffen (Kreis- und Regelspiele, Bücher, Malen u. Basteln).

Vorschularbeit findet ein- bis zweimal pro Woche für etwa 1 Stunde statt.

Natürlich werden auch verschiedene Ausflüge und kleine Wanderungen an vorher ausgewählte Plätze unternommen (je nach Absprache und Planung).

Der Kindergartentag wird durch den Abschlusskreis am Unterkunftsort beendet. Dort werden die Kinder wieder von ihren Eltern abgeholt.

Ein Tag im Waldkindergarten kann in etwa so strukturiert sein:

Zeitlicher

Rahmen

Aktivitäten

Bildungs- und Tagesinhalte

8:00 Uhr –

8:30 Uhr

Bringzeit

Alle Kinder haben Zeit, sich zu orientieren und anzukommen. Eltern und Erzieher können offene Fragen klären und Informationen austauschen.

8:30 Uhr –

9:00 Uhr

Morgenkreis/ Aktivitätsbe-sprechung

Wir begrüßen uns im Morgenkreis mit einem Guten- Morgen-Lied, stellen die Anwesenheit fest und besprechen die Planung des Tages. Wir beenden den Morgenkreis mit einem Bewegungsspiel oder Lied.

9:00 –

10:00

Handhygiene/

Frühstück/

Aufräumzeit

Wir waschen unsere Hände, suchen unseren Frühstücksplatz auf und beginnen unser Frühstück mit einem Tischspruch. Nach dem Frühstück räumen wir unseren Platz wieder auf.

10:00 –

12:30

Freispiel/

sonstige Aktivitäten

Nach dem Frühstück beginnt die Freispielzeit und/oder die im Morgenkreis geplanten Aktivitäten (z.B. Klettern, Bewegungsspiele, Malen, Basteln, Geburtstage, Vorschularbeit u.v.m.). In dieser Zeit haben wir die Möglichkeit, uns ausreichend zu bewegen und unseren Wald mit allen Sinnen zu erkunden.

12:30 –

13:00

Trink- und Essenspause

Wir legen eine Pause ein und ruhen uns bei einer gemeinsamen Vesper, die wir mit einem kleinen Tischspruch beginnen, aus.

13:00 –

13:30

Abschlusskreis

Wir treffen uns im Abschlusskreis und berichten über den vergangenen Kindergartentag.

Wir verabschieden uns mit einem Abschlusslied.

13:30 –

14:00

Abholzeit

Die Kinder werden in dieser Zeit wieder von ihren Mamas, Papas, Omas, Opas, Tanten….. vom Kindergarten abgeholt. Auch hier gibt es wieder Gelegenheit für den Austausch von offenen Fragen und Informationen.

14:00 Uhr

Schließungszeit

Ab 14:00 Uhr ist der Waldkindergarten geschlossen.

3.7 Personal, Leitungsstruktur

Für die pädagogische Arbeit werden zwei staatlich anerkannte Erzieherinnen mit jeweils einem Stellenumfang von 32 Wochenstunden eingestellt. Michaela Jensen und Elke Stadler verfügen über langjährige Berufserfahrung als Erzieherinnen sowohl in Regel- als auch in Waldkindergärten. Beide nehmen als Team gleichberechtigt die pädagogische Leitungsfunktion war. Strukturelle Steuerungsaufgaben liegen beim geschäftsführenden Vorstand des Vereins. Aufgrund des Vereinscharakters (Trägerverein) waren die beiden Mitarbeiterinnen an der Entwicklung und Gründung des Vereins maßgeblich beteiligt und sind auch im geschäftsführenden Vorstand vertreten. Während die pädagogische Arbeit vor Ort vergütet wird, sind Tätigkeiten im Rahmen der Vereinsverwaltung ein Ehrenamt.

Unser Verständnis von pädagogischer Teamarbeit orientiert sich an einem kooperativen Modell. Gleichzeitig erscheint in einer Kleinsteinrichtung eine strukturelle Trennung nicht zielführend, zumal die Initiative zur Gründung von beiden Mitarbeiterinnen gleichwertig eingebracht wurde. So können wir davon ausgehen, dass ein großes Maß an „Selbstverantwortung, Eigeninitiative und Selbststeuerung der Teammitglieder sowie kommunikative, planerische und evaluative Kompetenzen vorhanden sind.[7] Daneben steht der Vorstand des Vereins den beiden zentralen Mitarbeiterinnen als beratende und unterstützende Ressource zur Verfügung. Die notwendige sozialpädagogische Fachlichkeit ist in diesem Gremium vertreten und wird insbesondere zur weiteren Konzept- und Qualitätsentwicklung zur Verfügung stehen.

Neben den beiden fest angestellten pädagogischen Fachkräften werden weitere personelle Ressourcen notwendig sein. Zum einen werden wir mit Praktikanten oder Bundesfreiwilligen arbeiteten, dabei ist die pädagogische Eignung zu beachten, gut anzuleiten und zu betreuen. . Die Dienst- und Fachaufsicht für die Aushilfskräfte liegt bei den beiden pädagogischen Fachkräften. Mit diesem Stellenzuwachs werden zusätzliche Anforderungen (Eingewöhnung, Krankheitsausfälle etc.) kompensiert. Zum anderen ist für Urlaube über die Schließzeiten hinaus oder Krankheitszeiten auf Seiten der beiden pädagogischen Fachkräfte eine personelle Unterstützung notwendig. Es liegt dem Verein die Zusage einer staatlich anerkannten Erzieherin vor, flexibel und auf Abruf einzuspringen. Sie steht zur Zeit in einem hauptamtlichen Arbeitsverhältnis, wird mittelfristig auch keine Stelle annehmen und ist dem Verein und der Idee eines Waldkindergartens persönlich sehr zugewandt. Zur strukturellen Absicherung wird ein Honorarvertrag geschlossen.

4. Pädagogischer Ansatz der Einrichtung

Unser natur- und erlebnispädagogisches Verständnis und damit auch der pädagogische Ansatz umfasst zwei sehr grundlegende pädagogische Konzepte.

Auf einer sehr allgemeinen, eher entwicklungsbiologischen Ebene gehen wir davon aus, dass der Mensch historisch ist, was er ist, weil er sich in einer natürlichen Umgebung entwickelt hat. Wir sind das Ergebnis von Herausforderungen, die uns über Jahrtausende von der Natur gestellt wurden. Unsere Sinne, unser Körper und unser Geist sind darauf angelegt, sich draußen zu bewegen und zu behaupten. Dabei wird der Mensch ganzheitlich gefordert und damit gerade in jungen Jahren auch gefördert. Nicht erst seit der Hirnforschung ist klar, dass Lernen und Entwicklung nur möglich ist, wenn wir realen Herausforderungen begegnen, in ihnen bestehen und sie dauerhaft meistern. Darüber hinaus werden nicht nur kognitive und geistige Fähigkeiten auf dieser Ebene angesprochen, sondern auch körperliche. Gesundheit, allgemeines Wohlbefinden, Motorik und Sinne können sich in der natürlichen Umgebung optimal und ganzheitlich entwickeln und gefördert werden. Keine künstliche Umgebung kann diesen natürlichen Lernort ersetzen.

Zum zweiten ist es das soziale Miteinander, das uns prägt, Werte und Normen definiert und in die Lage versetzt, ein kooperatives Mitglied unserer Gesellschaft zu werden. Wir begreifen diesen sozialen Prozess als „ko-konstruktiven Bildungsprozess[8]. Auch hier bieten sich im Wald ideale Voraussetzungen, Selbstwert, Verantwortung und Sozialverhalten einzuüben und zu lernen. So ist es nicht nur der Dialog und Konstruktionen zwischen den Kindern einerseits und den Erzieher/innen andererseits, sondern es kommt als dritter Akteur die Natur hinzu, sie ist auch zu „hören“ und in ihren Bedürfnissen wahr- und Ernst zu nehmen.

Im Verein „Erleben und Lernen im Wald – ERLEN-WALD“ haben wir uns das Ziel gesetzt, eine Pädagogik zu fördern, die ursprüngliche menschliche Erfahrungsräume nutzt und deren Effekte mit modernen pädagogischen Methoden ergänzt. Diesem Verständnis folgend sollen die typischen Schwerpunkte eines Waldkindergartens und moderne Erziehungsstandards verknüpft werden. In den folgenden Abschnitten beziehen wir uns deshalb auch ausdrücklich auf den Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan, insbesondere auf den Abschnitt „Stärkung der Basiskompetenzen des Kindes[9].

4.1 Der Waldkindergarten: Geschichte / Grundlagen

Ein Waldkindergarten ist eine pädagogische Einrichtung für Kinder bis zur Einschulung. Oft werden schon Kinder ab zwei Jahren aufgenommen. Er unterscheidet sich in erster Linie von einem regulären Kindergarten dadurch, dass Kinder und ihre Erzieher/innen ihren Alltag bei „Wind und Wetter“ in freier Natur, sprich in „Wald, Feld und Wiesen“ gestalten und verbringen.

Seinen Ursprung hat der Waldkindergarten in Skandinavien. Dort wurde schon in den 1950er Jahren der erste Waldkindergarten gegründet. In Deutschland entstand der erste Wald- und Naturkindergarten 1968 in Wiesbaden. Damals wurde diese Kindergartenform jedoch nicht offiziell genehmigt. Der erste wirklich anerkannte Waldkindergarten öffnete 1993 in Flensburg. Heute gibt es in Deutschland mehrere hundert solcher Einrichtungen und es scheint, dass diese Kindergartenform immer größeren Anklang und Interesse bei Eltern findet und eine Alternative zur herkömmlichen Elementar- und Vorschulpädagogik darstellt.

Da bei schlechter Witterung der Aufenthalt in freier Natur nicht durchgängig gewährleistet werden kann, wird im Wald eine einfache Unterkunft zur Verfügung gestellt. In der Regel dient hierzu ein beheizbarer Bauwagen oder eine schon vorhandene Waldhütte. Da keine großen Ausgaben für Gebäude, Wartung, Heizung und Reinigung anfallen, ist der Kostenaufwand geringer als bei einem regulären Kindergarten. Neben Personalkosten fallen in der Regel nur Kosten für kleinere Anschaffungen wie Werkzeuge oder Bastelmaterialien an. Die Gruppengrößen sind oftmals kleiner als in Regelkindergärten und bestehen meist aus 15 bis 20 Kindern. Der Personaleinsatz ist in einem Waldkindergarten höher als in einem Hauskindergarten. Der Vorteil „des weiten Raumes“ erfordert eine verstärkte Aufsicht und mehr Betreuungsleistung.

Schwerpunkte im Waldkindergarten liegen in der Regel auf „Bewegungsförderung“, „Sinneswahrnehmung“,  „Umwelterziehung“ und vor allem auf dem „Spiel“ als natürliches soziales Lernfeld.

4.2 Motorik, Bewegung und Gesundheit

Die Besonderheit eines Waldkindergartens liegt darin, dass die Betreuung der Kinder bei guten wie schlechten Wetterverhältnissen im Freien und an der frischen Luft stattfindet. Die Kinder nehmen dadurch den jahreszeitlichen Rhythmus und die Veränderungen in der Natur direkt und intensiv wahr. Der Aufenthalt in freier Natur stärkt die Lebendigkeit, Lebensfreude und das Immunsystem.

Einer der Schwerpunkte in der Waldpädagogik ist die Bewegung. Vielfältige Bewegungserfahrungen im Kindesalter sind wichtige Grundlagen für eine gesunde Entwicklung. Da der Bewegungs- und Spielraum wesentlich größer ist als in den Räumlichkeiten eines Hauskindergartens, bietet der Waldkindergarten eine ideale Voraussetzung dafür, dass Kinder ihren starken und natürlichen Bewegungsdrang voll ausleben können. Im Wald können sie sich verstecken, laufen, springen, klettern, matschen und vieles mehr. Gleichgewichtssinn, Körpergefühl, Koordination und Motorik werden aufgrund unterschiedlicher Aktionen und natürlicher Bewegungsanforderungen selbstverständlich unterstützt und gefördert.

Durch das „immer draußen Sein“ wird das Immunsystem erheblich gestärkt. Die Kinder sind widerstandsfähiger, haben keine Angst vor Regenwetter und schaffen es (auch schon die Zwei- bis Dreijährigen), relativ weite Strecken zu wandern. Die ruhige und ausgeglichene Atmosphäre im Wald hilft auch eventuell vorhandene familiäre Belastungen, eigene Krankheiten oder Behinderungen besser zu verarbeiten. Stress und Aggressionen können durch die freie Bewegung, die geringe Lärmbelastung und den Aufenthalt in der Natur schneller abgebaut werden.

4.3 Sinneswahrnehmung

Ein weiterer Schwerpunkt in der Waldpädagogik ist die Sinneswahrnehmung. Auch hier bietet ein Waldkindergarten ausreichend Gelegenheit, den Aufbau und die Entfaltung aller Sinne zu unterstützen und zu fördern. Kinder nehmen – anders als Erwachsene – ihre Umwelt vor allem unmittelbar war, sie müssen im wahren Sinne begreifen; sehen, hören, riechen, greifen und fühlen gehören zusammen. Computer, Fernseher und Spielkonsolen sind, ebenso wie Bücher, Zeitung oder Erzählungen, sekundäre Erfahrungswelten. Das heißt jedoch nicht, dass die Kinder nicht auf sekundäre Lernformen vorbereitet werden, das Gegenteil ist der Fall: Primäre Sinnesentwicklungen sind Voraussetzungen, sich etwas abstrakt vorstellen zu können. So fördert gerade der Waldkindergarten Basiskompetenzen für unser Medienzeitalter.

Kinder sind im Waldkindergarten in der Umgebung, die ihre Sinne voll und unmittelbar anspricht. Die Zeit im Waldkindergarten bietet die Chance, Sinneserfahrungen zu machen wie sie später kaum mehr möglich sein werden. Kinder werden aufmerksam für elementare Erlebnisse, wie im Gras zu liegen, frische Luft einzuatmen, den Himmel und das Wetter zu beobachten oder einfach mit den Händen im Matsch zu buddeln. Sie finden selbstständig Naturmaterialien, wie Moos, Zapfen, Rinde, Steine oder Stöcke und fühlen die unterschiedlichen Materialien: hart oder weich, glatt oder rau, trocken oder nass. Sie lernen, konzentriert zu lauschen, wie sich die Stimmen der Vögel anhören, wie der Wind in den Bäumen rauscht und wie das trockene Laub unter den Füßen knistert und knackt. Sie beobachten kleine Tiere und Insekten und durch den Wechsel der Jahreszeiten verändern sich nicht nur die natürlichen Formen und Farben, sondern auch Gerüche. Etwas riecht nicht nur gut oder schlecht, unsere Nase kann sehr differenziert verschiedene Blumen, Gräser oder Pilze wahrnehmen. Kinder lernen primär mit allen Sinnen, durch sehen, riechen und vor allem durch be-greifen und anfassen. Wir sind davon überzeugt, dass erst wenn Sinne geschärft und gut entwickelt sind, Kinder in die Lage versetzt sind, sekundäres Lernen durch Erzählungen, lesen oder übers Internet gut aufzunehmen und – was in der modernen Welt immer wichtiger wird – einzuordnen.

4.4 Umwelterziehung

Umwelterziehung ist in einem Wald- und Naturkindergarten ein wichtiges pädagogisches Ziel. Kinder fragen viel und wollen Antworten erhalten. In einem Waldkindergarten bekommen Kinder die Möglichkeit, sich unmittelbar und intensiv mit der Natur auseinander zu setzen und zu beschäftigen. Sie lernen dort einen einfühlsamen und rücksichtsvollen Umgang mit Tier- und Pflanzenwelt. Es kommt in einem Naturkindergarten nicht darauf an, möglichst viele Tiere und Pflanzen benennen zu können, sondern dass die Kinder auf Zusammenhänge aufmerksam werden. Sie sollen vermittelt bekommen, dass alle Lebewesen dieser Erde miteinander in Verbindung stehen. Naturschutz ist heute eine zentrale Herausforderung unserer Gesellschaft. Durch ein gestärkte emotionale Beziehung und eine offene Verbindung zu allen Wesen der Natur werden sie auch als erwachsene Menschen eher bereit sein, mit der Natur und ihrer Umwelt offen, liebevoll und verantwortungsvoll umzugehen.

4.5 Spiel und Kreativität als Mittel der Sozialerziehung

Das Spiel ist der wichtigste pädagogische Schwerpunkt und das Prinzip vieler Wald- und Naturkindergärten. Spiel ist aus pädagogischer Sicht kein Freizeitvergnügen, sondern natürliche und manchmal auch harte Entwicklungsarbeit an der eigenen Person und im sozialen Kontext. Spiel ist nach unserem Verständnis die natürliche und zentrale Bildungsmethodik für das Vorschulalter[10]. Während Bewegungsangebote, Sinnesentwicklung und Umweltwahrnehmung im Wald fast natürlich vorhanden sind, ist im Spiel pädagogische Methodik und Qualität gefordert. Es wird in der Regel auf handelsübliches Spielzeug verzichtet. Im Gegensatz zu einem regulären Kindergarten ist das (Wald-) Spielzeug immer zur Hand. Äste, Steine, Blätter, Gras, Moos, Baumstümpfe werden zu Werkzeugen, Spielfiguren, Einrichtungsgegenständen, es entsteht eine Küche mit Löffeln, Tellern, Gemüse oder ein Herd zum Kochen. Auf individueller Ebene werden Fantasie und Kreativität entwickelt, die natürliche Neugier und der Entdeckungsdrang werden bewahrt und sogar gestärkt. Im bewussten Umgang mit ihrer Umgebung sind die Kinder angehalten, Verantwortung zu übernehmen. Begegnungen mit noch so kleinen Tieren oder seltenen Pflanzen sind keine künstlichen Übungsräume, sondern natürliche Herausforderungen, sich verantwortungsbewusst zu verhalten. Im sozialen Miteinander entstehen Rollenspiele und dynamische Gruppenprozesse. Sie werden unterstützt durch erlebnispädagogische und interaktive Spiel- und Reflexionsformen. Spätestens hier wird auch klar, dass Spiel und angeleitetes Lernen verknüpft sind, diese Verknüpfung entsteht nicht aus sich heraus, sondern ist eine zentrale Aufgabe des erziehenden Fachpersonals.

4.6 Selbstwirksamkeitserwartung (SWE) als theoretische Grundlage

Ein zentrales Konzept für unser pädagogisches Verständnis ist die von Albert Bandura beschriebene Selbstwirksamkeitserwartung (SWE). Für Bandura ist SWE der zentrale Baustein zur positiven und zufriedenen Gestaltung der eigenen Lebenswirklichkeit. Je mehr ein Mensch an seine eigenen Kompetenzen glaubt und davon überzeugt ist, etwas zu bewirken und zu verändern, um so größer ist seine SWE. Faktoren zur Entwicklung von SWE sind:

    • Eigene Erfolgserlebnisse, die auch wiederholbar sind. Kinder werden ermutigt, sich den verschiedensten Herausforderungen zu stellen und diese auch zu bewältigen. Dabei ist darauf zu achten, dass sie entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten zwar gefordert aber nicht überfordert werden. Dieses Prinzip kann auf die Methoden, aber auch auf die Prinzipien der Einrichtung übertragen werden und gilt z.B. auch bei der Partizipation.
    • Die Erfahrung, dass andere in ähnlichen Situationen auch Wirkungen erzielen konnten, bedeutet, dass die Mitglieder der Gruppe Vorbild und Bezug sind. Jüngere lernen von Älteren und geben sich gegenseitig Motivation und Hilfestellungen. Grundvoraussetzung ist eine reflektierte, wertschätzende und tolerante Gruppenstruktur, die stärkend auf jeden Einzelnen wirkt.
    • Zutrauen und positiver Zuspruch durch Bezugspersonen heißt, dass nicht nur die Kinder untereinander es verstehen, sich zu motivieren, sondern dass eine wertschätzende und ermutigende Haltung von den Erzieherinnen verlangt wird. Ressourcenorientierung ist hier das zentrale pädagogische Stichwort.
    • Erlernen, wie man mit Stresssituationen umgeht und zu erfahren, dass man Stress bewältigen kann, ist die vierte Dimension. Pädagogische Situationen sollten – wie oben gesagt – durchaus einen herausfordernden Charakter haben. Dabei ist nicht nur das Meistern von Problemen wichtig, sondern auch der unterstützende Umgang mit Stresssituationen Es geht dabei auch um die Entwicklung von Durchhaltevermögen und den Aufbau von Resilienz.

Die Erfahrung, selbst wirksam sein zu können und Vertrauen in die eigene Person zu gewinnen, wirkt umgekehrt auch auf tatsächlichen Erfolg. Menschen mit hoher SWE sind in der Regel wirklich erfolgreicher bei der Gestaltung ihres Lebensweges und bei der Bewältigung spezifischer Aufgaben. Sie verfügen über größere Ausdauer und gehen auch schwierige Situationen selbstbewusst an. Damit daraus kein Übermut wird, müssen die Erfahrungen fundiert sein, d.h. sie müssen mit einem gewissen Ernstcharakter verbunden gewesen sein, natürlich ohne zu gefährden. Natur- und Erlebnispädagogik sind bestens geeignet, diese Erfahrungen zu generieren. Menschen mit einer hohen SWE verfügen über eine psychische Resilienz und sind weniger anfällig für Angst- oder andere psychische Störungen.

Das Konzept der SWE ist ein einfaches und zugleich umfassendes theoretisches Gerüst für die alltägliche Arbeit. Die meisten Prozesse der individuellen Entwicklung und der Gruppe können auf die Frage nach der Erfahrung von Selbstwirksamkeit praxisnah reflektiert werden. Gleichzeitig verlangt es von den Erziehern eine grundsätzlich wertschätzende und ermutigende Haltung gegenüber den Kindern.

Neben den oben beschriebenen Zielen wie Bewegungsförderung, Sinneswahrnehmung, Umwelterziehung und Sozialerziehung ist das zentrale Anliegen unserer Pädagogik genau diese Selbstwirksamkeitserwartung zu entwickeln. Wir sind davon überzeugt, dass ein gefestigtes und fundiertes Zutrauen in die eigenen Stärken und Fähigkeiten zu einer selbstbewussten und gestärkten Persönlichkeit führt, die bestens für die Schule und auch für ihr weiteres Leben gerüstet ist.

4.7 Schulfähigkeit von Waldkindergartenkindern und Vorschularbeit

Eltern, die darüber nachdenken, ihr Kind in einem Waldkindergarten anzumelden, stellen sich oftmals die Frage, ob der Waldkindergarten die Schulfähigkeit vernachlässigt oder ob sie dort weniger auf die Schulzeit vorbereitet werden. Häufig wird vermutet, dass Waldkindergartenkinder in der ersten Klasse mehr Schwierigkeiten haben als Kinder aus Regeleinrichtungen. Dahinter steht der Gedanke, dass die Anforderungen von Schule (still sitzen, Stifte richtig halten, Formen, erste Zahlen und Buchstaben erkennen) im Waldkindergarten nicht trainiert werden. Mittlerweile ist jedoch klar belegt, dass Kinder aus Waldkindergärten mindestens ebenso gut auf die Schule vorbereitet sind wie Kinder aus Regelkindergärten. Der Waldkindergarten bietet mehr als hinreichend günstige Voraussetzungen und Lernbedingungen für die Förderung und Unterstützung der körperlichen, kognitiven, psychomotorischen, motivationalen und sozialen Entwicklung der Kinder.

Darüber hinaus sind es die sogenannten „soft skills“ und vor allem das oben beschriebene Zutrauen in die eigenen Kompetenzen (SWE), die wir mit unserer Pädagogik besonders im Blick haben. Hier geht es uns nicht nur um den unmittelbaren Übergang in die erste Klasse, sondern um grundlegende Fähigkeiten, um in der modernen Welt ein glückliches, zufriedenes, verantwortungsbewusstes und erfolgreiches Leben gestalten zu können.

„Der junge Mensch braucht seinesgleichen –

nämlich Tiere, überhaupt Elementares: Wasser, Dreck, Gebüsche, Spielraum.

Man kann ihn auch ohne dies alles aufwachsen lassen,

mit Stofftieren, Teppichen, auf asphaltierten Straßen und Höfen.

Er überlebt es, doch man soll sich dann nicht wundern,

wenn er später bestimmte soziale Grundleistungen nicht lernt.“

Alexander Mitscherlich 

Unser Waldkindergarten versteht sich als Bildungsinstitution mit eigenem Profil. Wir setzen unsere Schwerpunkte auf die Förderung der körperlichen und geistigen Basiskompetenzen sowie auf die Kompetenzen im Bereich der emotional-sozialen Entwicklung. Der Wald als „Lehrraum“ ist unser bester Lehrer und bietet alle für die Schulfähigkeit relevanten Voraussetzungen. Durch…

    • Matschen
    • Buddeln
    • Klettern
    • Entdecken von Naturfarben und Formen (verschiedenfarbige Blumen, Hölzer, Steine usw.)
    • Zählen von Naturmaterialien (Kastanien, Eicheln, Steine, Baumringe usw.)
    • Zuordnen von Bodentieren nach Anzahl der Beine (z.B. Käfer oder Spinne?)
    • Führen eines Jahreszeitenbuches (wie viele Tiere sieht man wann und wo in welcher Jahreszeit?)

stärken wir spielerisch Basis- und Fachkompetenzen.

Im letzten Kindergartenjahr bieten wir ein- bis zweimal wöchentlich Vorschularbeit an (Vorschulprogramm), um Stifthaltung, gelenkte Bewegungsabläufe und Feinmotorik (durch Malen, Basteln, Puzzeln, Ausschneiden usw.) gezielt zu fördern.

Zur Einschätzung des Entwicklungsstandes des Vorschulkindes dient ein qualifizierter „Beobachtungsbogen für Kinder vor der Einschulung“. Eltern werden aktiv mit eingebunden und immer informiert: Ressourcen sollen gestärkt, Entwicklungsdefizite gemeinsam besprochen und bearbeitet werden.

Eine enge Kooperation mit der jeweiligen Grundschule wird angestrebt und ist für uns unabdingbar. Es ist uns ein Anliegen, die Lehrkräfte in den Wald einzuladen, damit sie sich vor Ort ein Bild von den Fähigkeiten und Stärken der Kinder machen, aber auch um uns Anregungen zur Förderung im Vorschulbereich geben können. Darüber hinaus sind Kooperationen mit den ersten Klassen angedacht. Gegenseitige Besuche und gemeinsame Aktionen im Wald sollen dazu beitragen, Übergänge fließend zu gestalten, gegenseitiges Verständnis zu fördern und Synergien für alle Beteiligten zu erreichen.

5. Integration

„Im Zuge des gesellschaftlichen Wandels sind Kindergruppen in den Bildungseinrichtungen …vielfältiger geworden. Die Unterschiedlichkeit betrifft nahezu alle Merkmale der kindlichen Entwicklung, von sozialen und kulturellen Erfahrungen, intellektuellen und sprachlichen Voraussetzungen, der Lern- und Leistungsmotivation bis hin zur emotionalen Entwicklung. Der konstruktive Umgang mit Heterogenität, der auf ein differenziertes und individuelles Eingehen auf die Kinder abzielt, bietet erhebliche Chancen.“ [11]

5.1 Soziale und kulturelle Integration

Soziale und kulturelle Heterogenität wird von uns als Ressource und als normale Ausprägung einer modernen Gesellschaft gesehen. Gleichzeitig ergeben sich durch Unterschiede immer auch Konfliktlagen und ungleiche Chancen in Bezug auf Beruf, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe. Somit ist Integration kein Selbstläufer, sondern muss bewusst als Bildungsauftrag formuliert werden. Hinter diesem Auftrag steht nichts anderes als die Würde und Identität der Menschen zu akzeptieren, gleich welcher Herkunft, Kultur oder Religion und ihnen mit Respekt und Anerkennung zu begegnen. Diesen Wert zu vermitteln und vorzuleben ist täglicher Auftrag in der Einrichtung. Dies geht um so leichter, je vielfältiger die Gruppe zusammengesetzt ist. In einer multikulturellen und sozial heterogenen Gruppe haben die Kinder Gelegenheit, die verschiedensten Identitäten, Lebensrealitäten und Erfahrungen zu erleben. Es wird – soweit möglich – eine heterogene Gruppenstruktur angestrebt. Neben dem täglichen Umgang der Kinder werden der Austausch und das positive Erleben auch auf Seiten der Eltern gefördert. Im Rahmen von Festen und Elternaktionen soll bewusst die Vielfalt dargestellt und gepflegt werden. Die Haltung des Trägers ist zwar konfessionell und weltanschaulich unabhängig, das bedeutet jedoch nicht, dass kulturelle Besonderheiten negiert werden. Besondere Feste, wie Ostern, Weihnachten oder z.B. die mit Ramadan verbundenen Traditionen gilt es zu pflegen.

Um Chancenungleichheiten vorzubeugen, sind Benachteiligungen bewusst in den Blick zu nehmen. Sprachprobleme oder mangelnde Kenntnis über das deutsche Schulsystem auf Seiten von Eltern ist in den Förderkonzepten mit zu berücksichtigen. Alle Eltern sind dabei als Experten für ihre Kinder zu sehen und als Erziehungspartner im Sinne des Hessischen Erziehungs- und Bildungsplans zu integrieren.

5.2 Integration von Kindern mit Behinderung / Inklusion

Die UN-Behindertenrechtskonvention formuliert einen gesellschaftlichen Anspruch, der in seiner Tragweite nicht weit genug eingeschätzt werden kann. Es geht um eine grundlegend neue Sicht auf Beeinträchtigungen und verleiht bisher als behindert bezeichneten Menschen das Recht, uneingeschränkte Teilhabe in allen Lebensbereichen selbstbewusst einzufordern. Es ist nicht der Mensch, der beeinträchtigt ist, sondern das ihn umgebende System, das Menschen „behindert“. In kaum einem Bereich wird die epochale Bedeutung so deutlich wie in der Bildung und Erziehung. Dieser Anspruch stellt Pädagogen in allen Bereichen vor Herausforderungen, die vor der Konvention nicht denkbar gewesen wären. Der Grundgedanke von Inklusion geht davon aus, dass es keine Normalität, sondern nur Unterschiede und Buntheit gibt. Konsequent zu Ende gedacht heißt das, dass jedes Kind in jede Einrichtung aufgenommen werden kann und sich das System den Bedürfnissen der Kinder anpassen muss. Die bisherigen Spezialeinrichtungen waren der entgegengesetzte Weg. Es wird dabei nicht alles gleich gemacht, sondern Unterschiede werden bewusst wahrgenommen und als Auftrag verstanden. Kindergärten sind hier sicher die Einrichtungen, die am weitesten inklusiv entwickelt sind. Bis dieses Grundprinzip jedoch alle Lebensbereiche durchdrungen hat, werden sicher noch viele Jahre vergehen.

Wenn es in der Pädagogik gelingt, hier neu zu denken und zu handeln, wird die jetzige Kindergeneration diejenige sein, die wirklich und vor allem ganz selbstverständlich eine inklusive Gesellschaft leben kann. Erste Hinweise auf die konstruktive Wirkung zeigen sich schon heute bei den Grundschulkindern, für die es ganz normal war, im Kindergarten mit allen Unterschieden umzugehen. Was heute schwer erscheint, wo unsere Ideen und Vorstellungen begrenzt sind, da gilt es, mutig zu sein, damit Kinder lerne, anders zu denken als wir Erwachsene. Inklusion ist für uns eine grundlegende Aufgabe und gleichzeitig eine riesige Herausforderung. Wir sind aufgefordert, alte Schemata zu verlassen und Neues zu wagen.

Die Frage bei jedem Kind, das zu uns kommen will, ist nicht, ob es die Voraussetzungen dazu hat, sondern was wir dafür brauchen, dass es kommen kann. Hier sind im Gegensatz zu Hauskindergärten im Wald viele Fragen offen und sicher auch einiges an Verunsicherung vorhanden. Kinder, die besondere Schwierigkeiten im emotionalen oder sozialen Bereich mitbringen, sind unseres Erachtens jedoch besonders gut im Wald aufgehoben. Doch wie steht es z.B. mit Beeinträchtigungen beim Sehen, Hören oder in der Motorik? Wie muss ein Waldkindergarten aussehen, damit ein gehbehindertes Kind teilnehmen kann? Wie können Pflegemaßnahmen in der freien Natur gut, sicher und hygienisch gewährleistet werden? Viele offene Fragen, auf die wir zugegebenermaßen keine abschließenden Antworten haben, vielleicht ansatzweise Ideen. Gleichzeitig sehen wir den Auftrag und wollen uns dem stellen. Wir begeben uns auf den Weg und wollen uns daran auch messen lassen. So werden wir das erste Jahr für den Aufbau der Grundstruktur benötigen, dabei ist Inklusion immer Querschnittthema. Gleichzeitig wird für die mittelfristige Qualitätsentwicklung Inklusion eines der zentralen Themen sein. Ziel ist es, spätestens im dritten Jahr Integrationsplätze anzubieten, um darauf aufbauend eine Hürde nach der nächsten zu überwinden. Wir haben sicher nicht alles in der Hand, vor allem nicht die Entscheidung über Ressourcen, aber wir streben das Ideal an, eine Einrichtung zu sein, die alle Kinder, die Lust auf den Wald haben, aufnehmen kann.

6. Gestaltung der Übergänge

Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern in andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“

(Hermann Hesse)

Kinder und Eltern erfahren, dass der Übergang von der Familie in die Kita sowie von der Kita in die Schule für alle Beteiligten eine große Aufgabe ist. Der Übergang aus der Familie in die noch unbekannte Kindertagesstätte oder Schule bedeutet für jedes Kind eine große Herausforderung für seine Fähigkeit, sich an neue Umgebungen anzupassen und Beziehungen zu fremden Personen aufzubauen. Während der ersten Zeit ist das Kind mit unbekannten Räumen, fremden Erwachsenen und anderen Kindern konfrontiert. Es muss sich an neue Situationen, einen veränderten Tagesablauf und an die tägliche mehrstündige Trennung von den Eltern gewöhnen. Diese Veränderungen fordern dem Kind Lern- und Anpassungsleistungen ab, die auch für ältere Kinder mit erheblichem Stress verbunden sein können. Übergänge müssen jedoch keine Belastung für Kind und Familie sein. Übergänge bergen Chancen und Risiken, sie sind Brücken zwischen bestimmten Lebensabschnitten.

6.1 Übergang von der Familie in den Waldkindergarten[12]

Die dreijährigen Waldkindergartenkinder müssen sich auf neue Menschen und eine neue Umgebungsqualität, den Naturraum, einstellen. Hierbei benötigen sie die vollste Unterstützung von Eltern und Erziehern. Bei der Eingewöhnung orientieren wir uns am Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan.

Der Übergang wird vorrangig ko-konstruktiv bewältigt von:

    • Eltern (abgebende Stelle)
    • Erzieher/-innen (annehmende Stelle
    • Von den Kindern (betroffene Stelle)

Ziele für das Kind:

    • Bindungen zu Eltern, Geschwistern oder anderen Familienmitgliedern aufrechterhalten, altersgemäß weiterentwickeln und als Basis für den Aufbau neuer Beziehungen (zu Erzieher/innen, Praktikant/innen und anderen Kindern) nutzen.
    • Starke Gefühle und Emotionen (wie Trennungsängste oder Hilflosigkeit) und Spannungen aushalten, indem die (noch) anwesenden Eltern oder andere Beziehungspersonen als „Sichere Basis“ genutzt werden.
    • Die neue Umgebung von der „Sicheren Basis“ ausgehend erkunden
    • Gleichzeitiges Verarbeiten vieler neuer Eindrücke
    • Neue Anpassungsleistungen in relativ kurzer Zeit verarbeiten
    • Sich die Besonderheiten des Waldkindergartens (Strukturen, Regeln, Tagesablauf) zu eigen machen
    • Eine Bindung und Beziehung zu den Fachkräften aufbauen
    • Kontakte zu einzelnen Kindern knüpfen, ausbauen und vertiefen
    • Sich in die bestehende Gruppe eingliedern und dort eine Position finden
    • Sich auf den neuen Tages-, Wochen- und Jahresablauf einstellen, sich in der neuen Umgebung einfinden und die neuen Anforderungen erfüllen können
    • Mit den Verschiedenheiten der Lebenswelten Familie / Waldkindergarten zurechtkommen und diese als Bestandteile der eigenen Lebenswelten integrieren

Ziele für die Eltern:

    • Abschied nehmen von dem Lebensabschnitt, der besonders intensiv erlebt und gelebten Eltern-Kind-Beziehung
    • Unsicherheiten im Umgang mit den neuen Miterzieher/innen und Bezugspersonen bewältigen
    • Sich erstmalig für längere Zeit vom Kind loslösen können und evtl. damit verbundene Ängste überwinden, die Zuneigung des Kindes an eine Fachkraft partnerschaftlich akzeptieren
    • Bereitschaft, die Erziehungsarbeit der Einrichtung mitzutragen und dem Kind im Übergangsprozess Unterstützung anbieten
    • Die Bindung zum Kind weiterentwickeln und es mit seinen veränderten Bedürfnissen im Kindergarten wahrnehmen
    • Eine vertrauensvolle Beziehung zu den Erzieher/-innen und dem Betreuungspersonal aufbauen und deren Beziehung zum Kind wertschätzen
    • Sozialbeziehungen erweitern
    • Nicht nur das eigene Kind, sondern auch die Bedürfnisse und Interessen des Waldkindergartens beachten
    • Mit den unterschiedlichen Anforderungen von Familie, Kindergarten und Beruf zurechtkommen
    • Den Waldkindergarten sowie andere Eltern als Ressource für die Übergangsbewältigung nutzen (z.B. Austausch von Erfahrungen)

Ziele für die Erzieher/-innen:

    • Bereitschaft, sich auf neue Kinder einzustellen und auf deren individuelle Charaktere, Fähigkeiten und Fertigkeiten eingehen
    • Eltern über Kindergarten und den Verlauf der Eingewöhnung genau informieren
    • Kinder bei der Trennung von den Eltern unterstützen und dabei behilflich sein, sich in die neue Umgebung einzugewöhnen
    • Eltern in ihrer Unterschiedlichkeit als Erziehungspartner einbeziehen und abweichende Meinungen tolerieren

Die Umsetzung der Eingewöhnung erfolgt in Anlehnung an das Berliner Modell: Die Grundlage des Modells ist die Beachtung der Bindung des Kindes an seine Mutter bzw. seine Eltern und der unterschiedlichen Bindungsqualitäten. In der Regel werden mit der Anwendung des Berliner Eingewöhnungsmodells[13] eine bis ca. drei Wochen für die Eingewöhnung eines Kindes benötigt. Die konkrete Dauer der Eingewöhnung ist von Kind zu Kind unterschiedlich.

Die Eingewöhnung erfolgt in 5 Schritten:

  1. Der erste Kontakt: Das Aufnahmegespräch
    Das Aufnahmegespräch ist der erste ausführliche Kontakt zwischen Eltern und Bezugserzieher/-innen. Im Mittelpunkt stehen dabei das Kind mit seinen Bedürfnissen und die Eingewöhnung des Kindes in den Waldkindergarten.
  2. Die dreitägige Grundphase:
    Ein Elternteil kommt drei Tage lang mit dem Kind in die Einrichtung, bleibt ca. 1 Stunde und geht dann mit dem Kind wieder. In den ersten drei Tagen findet kein Trennungsversuch statt. Der Elternteil verhält sich eher passiv, schenkt aber dem Kind volle Aufmerksamkeit – der Elternteil als „Sichere Basis“. Der Erzieher/-in nimmt vorsichtig und behutsam Kontakt auf und beobachtet die Situation. Schritt für Schritt versucht der Erzieher/-in das Vertrauen des Kindes zu gewinnen.
  3. Erster Trennungsversuch und vorläufige Entscheidung über die Eingewöhnungsdauer:
    Der Elternteil kommt am 4. Tag in die Einrichtung, verabschiedet sich nach wenigen Minuten klar und eindeutig mit einem kleinen Abschiedsritual (z.B. Winken, Kuss etc.) und verlässt den Raum (bzw. Bauwagen / Waldplatz) für etwa 20 bis 30 Minuten, bleibt aber in der Nähe (evtl. im Auto bzw. außer Sichtweite). Wichtig ist für das Kind ein vertrautes Ablöseobjekt, wie z.B. Kuscheltier, Tuch oder Schal. Ist der 4. Tag ein Montag, erfolgt die erste Trennung erst am 5. Tag.
  4. Stabilisierungsphase:
    Nimmt das Kind die Erzieher/-in zunehmend als „Sichere Basis“ an, kann die Trennungszeit langsam ausgedehnt werden und das Kind täglich etwas länger im Kindergarten bleiben. Die Eltern (oder Bezugsperson) sollte jedoch jederzeit erreichbar (Handy) sein.
  5. Schlussphase:
    Der Elternteil hält sich nun nicht mehr in der Nähe des Kindergartens auf, ist aber jederzeit erreichbar. Die Eingewöhnung ist dann beendet, wenn das Kind sich von der Erzieherin schnell beruhigen, ablenken und trösten lässt und es sicher und in grundsätzlich guter Stimmung spielen kann.

6.2 Übergang vom Waldkindergarten in die Grundschule[14]

Der Übergang vom Kindergarten in die Schule ist eine spannende, aber auch unsichere Phase im Leben eines Kindes und dessen Eltern. Die notwendigen Voraussetzungen für den Anschluss zwischen den Systemen Kindergarten und Grundschule werden mit dem Begriff „Schulfähigkeit“ beschrieben. Kinder sind in der Regel hoch motiviert, sich auf den neuen Lebensraum Schule einzulassen. Können sie auf vielfältige Erfahrungen und Kompetenzen aus ihrer Kindergartenzeit zurückgreifen, sind die Chancen meist sehr hoch, den neuen Lebensabschnitt mit Zuversicht, Stolz und Gelassenheit entgegenzusehen.[15] Besonders wichtig ist, dass der Übergang in die Grundschule von Kindern, Eltern, Erzieher/-innen und Lehrer/-innen ko-konstruktiv – angelehnt an den Hessischen Erziehungs- und Bildungsplan – bewältigt wird. Dabei sind alle Beteiligten entsprechend ihrer Rollen zu berücksichtigen: Kinder, Eltern, Erzieher/-innen, Lehrer/-innen. 

Ziele für das Kind:

  • Sich von Kindern und Erzieher/-innen des Kindergartens verabschieden
  • Eine Identität als Schulkind entwickeln
  • Basiskompetenzen wie z. B. Kommunikationsfähigkeit, Stressbewältigung, Problemlösefähigkeit einsetzen, die für die Bewältigung des Übergangs wichtig sind
  • Beziehungen zu Lehrer/-innen und Mitschüler/-innen aufbauen
  • Sich auf die neuen Bezugspersonen (Lehrer/-innen) einstellen
  • Sich in Belastungssituationen aktiv Hilfe holen können sowie Interessen, Bedürfnisse, Kritik und Meinung äußern und auch ertragen
  • Anforderungen an die Rolle des Schulkindes erfassen und erfüllen
  • Sich auf veränderte Situationen, Lehrinhalte und Methoden einlassen
  • Neue Lernanforderungen mit Motivation und Neugier aufgreifen

Ziele für die Eltern:

  • Sich mit der neuen Identität als Eltern eines Schulkindes auseinandersetzen
  • Beziehungen zu Lehrkräften, Mitschüler/-innen des Kindes und deren Eltern aufbauen
  • Gemeinsam mit anderen Eltern Abschied vom (Wald-)Kindergarten nehmen
  • Auf mögliche Veränderungen in der Familie, die sich durch den Übergang in die Grundschule ergeben, vorbereitet sein
  • Sich bei der Mitgestaltung des Übergangs von (Wald-)Kindergarten in die Grundschule aktiv beteiligen und einbringen
  • Elterliche Verantwortung erkennen und sich in die Elterngruppen der Grundschulklasse / Elternschaft einbringen

Ziele für die Erzieher/innen:

  • Die Kinder und Eltern möglichst langfristig und angemessen auf den Übergang in die Grundschule vorbereiten (Stärkung der Basiskompetenzen und Ressourcen des Kindes sowie die Förderung fachlicher Kompetenzen)
  • Informationen über das Schulprogramm sowie die geltenden Vorgaben für die Unterrichts- und Bildungsstandards einholen, um dadurch die Anschlussfähigkeit zu gewährleisten
  • Kommunikation und Austausch mit der Schule suchen und die Verständigung über „Schulfähigkeit“ des einzelnen Kindes gemeinsam mit der Schule, den Eltern und dem Kind herstellen oder intensivieren
  • Den Austausch mit der Schule über den individuellen Förderbedarf, die Stärken und Schwächen der Kinder suchen

Ziele für die Lehrer/innen:

  • Mit dem Kindergarten kooperieren, die dort entwickelten Kompetenzen wahrnehmen und darauf aufbauen
  • Informationen über pädagogische Konzeption und Schwerpunkte des Kindergartens und seine Vorbereitungsarbeit auf die Schule einholen sowie Kommunikation und Austausch mit dem Kindergarten als Partner mit eigenem Bildungsauftrag suchen
  • „Schulfähigkeit“ des Kindes gemeinsam mit dem Kindergarten, den Eltern und dem Kind entwickeln sowie den Austausch mit dem Kindergarten über den individuellen Förderbedarf, die Stärken und Schwächen der Kinder suchen

7. Feste und Feiern

In unserem Waldkindergarten haben Feste und Feiern einen ganz besonderen Stellenwert, sie geben uns Struktur und Orientierung im gesamten Kindergartenjahr. Jedes Fest findet nur einmal im Jahr statt, deshalb wollen wir jeder Festlichkeit einen ganz besonderen Rahmen geben. Gerade Feste und Feiern bieten einen idealen Rahmen, um Partizipation zu leben und den Kindern die Möglichkeit zu geben, ihre Wünsche und Vorstellungen äußern und umsetzen zu können. Außerdem bietet die Organisation von Festen die Chance, die Arbeit des Kindergartens transparent zu machen. So geben wir auch einen Einblick in das Können der Kinder und unser Wirken. Zu den geplanten Festen im Jahreskreislauf gehören:

Die Geburtstagsfeier

An diesem besonderen Tag soll das Kind Mittelpunkt während des Feierablaufs sein. Wir werden Geburtstagslieder singen, dem Geburtstagskind gratulieren und natürlich ein kleines Geschenk überreichen. Das Geburtstagskind bringt an diesem Tag etwas zum Essen mit (z.B. Brezeln, Brötchen, Wurst, Käse, Rohkost, Obst oder auch einen Kuchen) und in fröhlicher Runde lassen wir uns das Essen schmecken. Es soll jedoch keine „ausgereifte Geburtstagsparty“ sein, sondern eine Ehrung und Wertschätzung für das einzelne Kind.

Der Waldfasching

An Fasching dürfen alle Kinder verkleidet kommen, wir wollen an diesem Tag viel Spaß miteinander haben. Es wird geschminkt, getanzt, gesungen und natürlich etwas Leckeres gegessen.

Das Osterfest

Wenn der Osterhase kommt, werden wir im Wald aus Zweigen, Blättern und Moos ein großes Osternest bauen. Wir schauen dann jeden Tag nach, ob uns der Osterhase etwas in das Nest gelegt hat und werden uns mit Liedern, Gedichten und Fingerspielen bei ihm bedanken.

Das Sommerfest mit Verabschiedung der Vorschulkinder

In der letzten Woche vor den Sommerferien findet ein Sommerfest statt. Dieses Fest wird vom Trägerverein organisiert und durchgeführt. Hierzu sind alle Familien, Vereinsmitglieder und Interessenten an unserem Waldkindergarten eingeladen. Im Rahmen dieses Festes werden auch die Vorschulkinder verabschiedet werden.

Das Erntedankfest

An diesem Festtag Anfang Oktober wollen wir „Danke“ sagen für die gute Ernte und dass wir jeden Tag genug zum Essen haben. Alle Kinder bringen von zu Hause Obst, Gemüse oder Brot mit und gemeinsam machen wir daraus ein leckeres Buffet.

Das Laternenfest

Für dieses Fest basteln wir mit den Kindern Laternen und laden dann die Familien zu einer Laternenwanderung in den frühen Abendstunden ein. Diesen Abend wollen wir mit einer kleinen Feier beenden, diese soll gemeinsam mit dem Elternbeirat geplant und organisiert werden.

Die Waldweihnacht

Am letzten Tag vor den Weihnachtsferien kommt hoffentlich auch das Christkind in den Waldkindergarten. Wir machen eine Wanderung durch den Wald und hoffen, dass wir es irgendwo antreffen. Doch wo hat es sich nur versteckt? Hat es uns etwas mitgebracht? Damit wir bei unserer anstrengenden Suche auch genug Durchhaltevermögen haben, gibt es warmen Tee und wir stärken uns mit selbst gebackenen Plätzchen, die die Kinder von zu Hause mitbringen. Außerdem möchten wir an Weihnachten die Tiere nicht vergessen und schmücken deshalb einen Baum mit leckerem Essen für sie. Auf diese Art wollen wir den Tieren auch „Danke“ dafür sagen, dass wir Gast in ihrem Wald sein dürfen.

Jahreszeitenbegrüßungsfest

Um den Kindern die Jahreszeiten sowie deren Schönheit und besondere Merkmale nahezubringen und zu verdeutlichen, wollen wir diese mit einem kleinen Fest begrüßen. Dieses Begrüßungsfest wird mit Liedern, Gedichten, Fingerspielen etc., der Jahreszeit entsprechend ausgeschmückt. Die Gestaltung hängt auch davon ab, welche Interessen die Kinder haben und welche Themen sie in dieser Zeit beschäftigen.

Natürlich werden wir auch die Feste anderer Religionen und Kulturen feiern, wenn Kinder mit einer anderen Religionszugehörigkeit oder aus einem anderen Kulturkreis unseren Waldkindergarten besuchen.

8. Projekte und Unternehmungen

8.1 Projektarbeit

Im Rahmen von Projekten werden sich die Kinder mit verschiedenen Lebenssituationen auseinandersetzten, in denen sie kognitive, soziale und emotionale Kompetenzen erwerben und für ihre Entwicklung wichtige Erfahrungen sammeln können. Die Initiative zu einem Projekt geht im Idealfall von einem Kind bzw. den Kindern aus, ergibt sich aus einer Situation, ist spontan oder geplant (z.B. nach einem Sturm könnte das Thema „Wind“ zu einem Projekt werden). Die Kinder werden in die Projektplanung und Durchführung mit einbezogen und ihre Ideen, Vorschläge, Wünsche und Meinungen jederzeit berücksichtigt. Während des Projekts wird es immer wieder Reflexionsphasen geben, um mit den Kindern die nächsten Schritte zu besprechen und ihre Lernerfahrungen zu reflektieren. Da bei Projekten viele unterschiedliche Methoden eingesetzt werden, erleben die Kinder viel Abwechslung. Jedes Kind kann altersentsprechend seine Begabungen, Interessen und Neigungen mit einbringen und durch Beteiligung Erfolgserlebnisse sammeln. Unsere Projektergebnisse werden wir in einem sogenannten „Bildungsrahmen“ den Eltern präsentieren. Der „Bildungsrahmen“ ist eine definierte Fläche in unmittelbarer Nähe des Bauwagens, auf der mit Hilfe von Stellwänden, Tischen oder Ähnlichem, Projekte und Informationen öffentlich zugänglich sind. Die Darstellung der Ergebnisse ist nicht nur für die Kinder wichtig, sondern macht auch unsere pädagogische Arbeit transparent.

8.2 Unternehmungen

Wir finden es wichtig, dass die Kinder ihr Lebensumfeld kennenlernen und dabei vielfältige lebenspraktische Erfahrungen sammeln.[16] Unser Ziel ist, ihnen die Kompetenzen, die sie zur Bewältigung des alltäglichen Lebens brauchen, mit auf ihren Lebensweg zu geben. Damit die Kinder ihr regionales Umfeld erkunden können, planen wir nicht nur Ausflüge im Wald, sondern auch im Wohnumfeld, z.B. zu Spielplätzen, zur Feuerwehr, zur Polizei, zur Post oder zum Rathaus. Auch die Besichtigung ortsansässiger Handwerksbetriebe wäre wünschenswert, damit die Kinder einen Einblick in diese wertvolle und interessante Arbeit bekommen. Wir haben in der Aufbauphase „offene Türen“ in Langenselbold vorgefunden und hoffen, darauf aufbauen zu können, um den Kindern viele Möglichkeiten zu bieten, ihre Umgebung kennenzulernen und neugierig zu erkunden. Außerdem sollen Ausflüge mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die weitere Umgebung stattfinden, bei der Planung dieser Aktivitäten werden wir die Kinder mit einbeziehen und ihre Wünsche berücksichtigen. Diese Ausflüge und auch die Erkundungen der näheren Umgebung sind ganztägig geplant, d.h. die Kinder werden morgens an einen Treffpunkt in der Stadt gebracht, von dort startet dann die Unternehmung.

9. Partizipation: Kinder und Eltern (§ 45 Abs. 2 Nr.3)

Kindertageseinrichtungen arbeiten mit Kindern unterschiedlichen Alters. In einer Demokratie darf das Recht auf Beteiligung keine Frage des Alters sein. Jedes Kind hat ein Recht darauf, seine Interessen zu äußern und mit diesen auch berücksichtigt zu werden. Partizipation wird so vor allem zu einer Frage der pädagogischen Gestaltung.“ [17]

9.1 Partizipation der Kinder

Strukturierte und vor allem demokratische Mitbestimmung ist eine der zentralen gesellschaftlichen Errungenschaften einer modernen Gesellschaft. Für alle Pädagogen in der Erziehungsarbeit ist damit ein inhaltlicher Bildungsauftrag verbunden. So sind Regeln der Gesprächsführung zu lernen und zu akzeptieren (zuhören, melden, ausreden lassen etc.), es gilt, Mehrheitsentscheidungen zu akzeptieren (Frustrationstoleranz) ohne den Minderheitenschutz aus dem Auge zu verlieren. Kinder sollen in der Lage sein, ihre Bedürfnisse und Wünsche zu formulieren und zu argumentieren, aber auch die Äußerungen der anderen wahr und ernst zu nehmen, es müssen Kompromisse und Lösungen gefunden und akzeptiert werden, es sind Konfliktlösungsstrategien einzuüben und nicht zuletzt sind die Kinder mit ihren Rechten (in der Kita aber auch allgemeine Kinderrechte) vertraut zu machen. Letztlich geht es im Bereich Partizipation um nichts Geringeres, als um das Einüben demokratischer Grundstrukturen. Es geht um die emotionalen, sozialen und demokratischen Kompetenzen, um in die Lage versetzt zu werden, human Verantwortung für sich, für andere und für zukünftige zu übernehmen.[18] Diese Kompetenzen können sich jedoch nur entfalten und entwickeln, wenn sie gelebt werden und praktische Relevanz erhalten. Unter praktischer Partizipation verstehen wir verschiedene Formen von Beteiligung und Mitbestimmung der Kinder an der Struktur und der täglichen Praxis in der Einrichtung. Damit sind sowohl strukturierte Formen als auch eine grundsätzliche Haltung gegenüber dem Kind gemeint.

Auf struktureller Ebene ist eine wöchentliche „Waldversammlung“ vorgesehen. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, Beschwerden, Vorschläge und Wünsche einzubringen. Diese Versammlung wird von den Erzieherinnen moderierend strukturiert. Es gibt eine Tagesordnung mit festen Punkten (Aktivitäten in der nächsten Woche, Geburtstage, Feste usw.), die zum einen der Information und Transparenz dienen und zum anderen Diskussions- und Entscheidungsräume öffnen. Darüber hinaus ist es immer möglich, bei besonderen Problemlagen und Vorkommnissen dem einzelnen Kind oder einer Gruppe vorzuschlagen, eine aktuelle Versammlung einzuberufen. Strukturell ist zunächst kein weiteres Instrument geplant, die Kinder sollen sich selbst eine partizipative Praxis erarbeiten.

Damit Partizipation gelingt, bedarf es auf Seiten der Erzieher/-innen einer offenen, positiven und zugewandten Haltung und dem Bewusstsein, dass Partizipation eine Querschnittsaufgabe ist, die den gesamten Umgang mit den Kindern prägt. Sie müssen in der Lage sein, Verfahrensweisen und Regeln darzustellen und sich im Zweifelsfall auch hinterfragen zu lassen. Hier ist besonderes Feingefühl notwendig, so soll echte Beteiligung auch in relevanten Fragen möglich sein, es muss auf „Augenhöhe“ argumentiert werden, gleichzeitig darf und soll die Grenze zwischen Erwachsenen und Kindern nicht verwischen.

9.2 Partizipation der Eltern: Erziehungspartnerschaft

„Da Eltern vorrangige Bezugspersonen und „Spezialisten“ für ihr Kind sind, ist eine Zusammenarbeit mit Kindertageseinrichtungen bei der Wahrnehmung ihrer Bildungs- und Erziehungsaufgaben notwendig“. Im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Erzieher/-innen und Eltern gilt es, eine Erziehungspartnerschaft anzustreben. Hier öffnen sich beide Seiten füreinander, tauschen ihre Erziehungsvorstellungen aus und kooperieren zum Wohle der Kinder. „Bei einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit findet das Kind ideale Entwicklungsbedingungen vor. Es erlebt, dass Familie und Kindertageseinrichtung eine positive Einstellung zueinander haben und viel voneinander wissen, dass beide Seiten gleichermaßen an seinem Wohl interessiert sind und sich ihm gegenüber erzieherisch ähnlich verhalten“. [19]

Eltern sind für uns Erziehungspartner. Sie sind die wichtigsten Bezugspersonen der Kinder, die wir betreuen. Gegenseitige Wertschätzung, Achtung und Vertrauen sind für uns wichtige Punkte unserer Zusammenarbeit. Sie schaffen die Basis, um für das Wohl des Kindes gemeinsam bestmöglich sorgen zu können.

Grundlagen der Erziehungspartnerschaft  sind:

    • Eine vertrauensvolle, offene Atmosphäre mit gegenseitiger Akzeptanz, Toleranz und Wertschätzung
    • Ein ständiger Austausch zwischen den pädagogischen Fachkräften und den Eltern
    • Transparenz der pädagogischen Arbeit, um diese auf verschiedenen Ebenen für Eltern erfahrbar und nachvollziehbar zu machen
    • Eine konstruktive Klärung von Meinungsverschiedenheiten, Konflikten und Krisen

Die wichtigsten Ziele der Elternarbeit sind für uns:

Den Eltern Informationen zu geben und gemeinsam zum Wohle des Kindes zu arbeiten. Das heißt, wir tauschen uns mit den Eltern über die Entwicklung und das Verhalten des Kindes in der Familie und Kindertageseinrichtung sowie über Erziehungsziele und –stile aus. Denn so können wir in die Lebenswelt der Kinder einen Einblick erhalten und an ihren Bedürfnissen orientiert pädagogisch arbeiten.

Wir wollen die Erziehungs- und Bildungskompetenz der Eltern stärken, indem wir ihnen verdeutlichen, dass sie auch auf diesem Gebiet eine wichtige Rolle spielen. Wir informieren sie über die kindliche Entwicklung und über ein entwicklungsförderndes Verhalten sowie über altersentsprechende Beschäftigungsmöglichkeiten, Spiele, Bücher etc.

Die Beratung von Eltern und die Vermittlung von Hilfsangeboten ist ebenso ein mögliches Ziel. Bei auftretenden Problemen, wie z.B. Erziehungsschwierigkeiten oder Entwicklungsverzögerungen, werden wir uns mit den Eltern über mögliche Ursachen austauschen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Gegebenenfalls werden wir die Eltern über Fachdienste informieren und sie motivieren, diese Hilfs- und Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen.

Wir werden interessierten Eltern ermöglichen, unseren Alltag mitzuerleben, indem wir sie in die pädagogische Arbeit miteinbeziehen. Sie werden eingeladen, Bildungsangebote und Projekte durch aktive Mitarbeit zu bereichern.

Die Beteiligung der Eltern, deren Mitverantwortung und Mitbestimmung ist für uns ein wichtiges Ziel. Die Elternschaft ist auf institutioneller Ebene an wesentlichen Angelegenheiten zu beteiligen. Die Elternvertreter sollen motiviert werden, sich als Sprachrohr der Eltern einzubringen und deren Vorschläge zu unterbreiten sowie Interessen und Wünsche vorzutragen.

Außerdem soll die Vernetzung der Familien, z.B. durch gemeinsame Aktivitäten, zum Gesprächs- und Erfahrungsaustausch gefördert werden. Auf diese Weise kann eine wechselseitige Unterstützung von Familien zustande kommen und so die Hilfe zur Selbsthilfe gefördert werden.  Auch eine Vernetzung zu anderen Institutionen, wie z.B. Familienbildungsstätten oder Erziehungsberatungsstellen, ist Ziel unserer Elternarbeit.

Wir möchten Elternarbeit in vielfältiger Form anbieten, um den Eltern Möglichkeiten zu bieten, am Kindergartenalltag teilzuhaben und einen Einblick in die pädagogische Arbeit zu bekommen.

9.2.1 Aufnahmegespräch

Das Aufnahmegespräch ist ein zentrales Element, um einen guten Start in den Waldkindergarten zu ermöglichen. Eltern und die pädagogische Fachkraft lernen sich kennen, können Vertrauen aufbauen und eventuelle Ängste abbauen. Ein guter Start ist als Basis für die gemeinsame Zusammenarbeit grundlegend. Nachdem sich die Eltern für unseren Waldkindergarten entschieden haben, folgt die schriftliche Anmeldung des Kindes. Die Eltern bekommen dann per Post einen Fragebogen zugeschickt. Außerdem werden sie gebeten, sich mit uns telefonisch in Verbindung zu setzen, um einen Gesprächstermin zu vereinbaren. Bei diesem Termin mit der potentiellen Bezugserzieherin werden alle wichtigen Informationen weitergegeben, offene Fragen geklärt und der von den Eltern bereits ausgefüllte Fragebogen besprochen. Wir bieten den Familien an, sie zum Aufnahmegespräch zu Hause zu besuchen. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass das Kind seine Bezugserzieherin in seinem gewohnten Umfeld kennenlernt und erste Kontakte knüpft. Natürlich kann das Erstgespräch auch an einem anderen Ort stattfinden.

9.2.2. Kurzkontakte beim Bringen und Abholen der Kinder

Die sogenannten „Tür-und-Angel-Gespräche“ sind eine wichtige Grundlage gegenseitiger unterstützender Zusammenarbeit und wachsenden Vertrauens. Hier werden spontan kurze Gespräche geführt, wichtige Informationen weitergegeben oder Begebenheiten des Alltags ausgetauscht. Dies ist sowohl für die pädagogische Fachkraft als auch für die Eltern wichtig, um individuell und situationsorientiert auf das Kind eingehen zu können.

9.2.3 Entwicklungsgespräche

Mindestens einmal im Jahr findet ein Entwicklungsgespräch statt, dies dient zum Austausch von Sichtweisen und Wahrnehmungen von Entwicklungsschritten, Stärken und Interessen des Kindes. Grundlage dieses Elterngespräches sind systematische Beobachtungen der Fachkräfte und deren fundierte Dokumentation. Daneben können bei Bedarf sowohl die Eltern als auch die Erzieher/-innen jederzeit den Wunsch nach einem Gespräch äußern.

9.2.4 Elternabende

Elternabende sind ein wesentlicher Bestandteil der Elternarbeit im Kindergarten. Jährlich werden mindestens zwei Elternabende angeboten, die Themen dieser Abende ergeben sich entweder aus der aktuellen Kindergartenarbeit oder aus den verschiedenen Wünschen der Eltern. Gerne laden wir auch Experten ein, die zu gewünschten Themen referieren.

9.2.5 Elternbeirat

Einmal im Jahr wird im Rahmen einer  Elternversammlung der Elternbeirat gewählt, zu dieser Versammlung lädt der Träger ein. Der Elternbeirat soll aus mindestens drei Vertreter/-innen bestehen. Der Elternbeirat ist nicht nur ein wichtiges Bindeglied zwischen den Eltern und der Einrichtung, er hat auch Vorschlags- und Auskunftsrechte gegenüber dem Träger und dem pädagogischen Personal (vgl. § 27 HessKiföG). Die Eltern haben jederzeit die Möglichkeit, an den Elternbeirat heranzutreten und ihre Anliegen und Wünsche vorzubringen. Die Elternbeiratssitzungen sollen mindestens alle 3 Monate stattfinden, hier werden u.a. aktuelle Themen bearbeitet, pädagogische Konzepte vorgestellt, Feste geplant, Wünsche, Ideen und auch Probleme besprochen. Der Elternbeirat ist unabhängig und gibt sich eine Geschäftsordnung. Der Träger entwickelt eine Struktur gemäß § 27 Abs.4 HessKiföG.

9.2.6 Feste, Feiern und Projektveranstaltungen

An der Planung, Vorbereitung und Durchführung von Festen sind wir auf die Mitarbeit und Kreativität der Eltern angewiesen. Feste dienen dem gegenseitigen Kennenlernen von Eltern, fördern die Beziehung zwischen Eltern und Fachkräften, machen Spaß und schaffen damit eine positive Einstellung gegenüber der Einrichtung. Das Engagement der Eltern ist auch im Rahmen von Projektarbeiten erwünscht. Jeder einzelne Elternteil verfügt über individuelle Kompetenzen, die in die pädagogische Arbeit mit eingebracht werden können.

9.2.7 Informationsmitteilung

In unserem Waldkindergarten werden wir Informationen durch unterschiedliche Medien mitteilen. Mit einem Wald-Handy (hier werden alle wichtigen Telefonnummern eingespeichert sein) kann im Notfall schnell Hilfe geholt werden, Eltern können uns jederzeit darüber erreichen. Über das Handy werden wichtige aktuelle Informationen zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften ausgetauscht (z. B. über Erkrankungen oder Befindlichkeiten der Kinder). 

An unserem Bauwagen wird sich eine Info-Tafel befinden. Hier wird es allgemeine Informationen, z.B. über anstehende Termine, geplante Ausflüge und Aktivitäten, interessante Vorträge anderer Veranstalter oder lesenswerte Zeitungsausschnitte geben. Neben all den wechselnden Aushängen bekommen die Kinder die wichtigsten Informationen auch in Form eines Elternbriefs mit nach Hause. Um Informationen kurzfristig und schnell an die Eltern weiterzugeben, werden wir eine sogenannte „Notfalltelefonliste“ angelegen. Hier wird eine Telefonkette durch die pädagogische Fachkraft in Gang gesetzt, um unvorhersehbare Ereignisse, wie z.B. extreme Wetterbedingungen und der damit verbundene Standortwechsel oder kurzfristige Terminänderungen mitzuteilen.

Um laufende Projekte zu beschreiben und zu visualisieren, Fotos oder Berichte von Gruppenaktivitäten zu veröffentlichen, Bastelarbeiten oder Kunstwerke auszustellen, wird es einen „Bildungsrahmen“ geben.[20]

9.2.8 Hospitation

Gerne dürfen die Eltern im Waldkindergarten hospitieren. So haben sie die Möglichkeit, ihr Kind während des Kita-Alltags zu beobachten und sich zu vergewissern, dass es sich wohl fühlt. Diese Begleitung gibt auch den Kindern ein gutes Gefühl und sie erleben so, dass die Eltern an ihrer Lebenswelt interessiert sind.

9.3 Beschwerdemanagement

Mit Beschwerden konstruktiv umzugehen ist eine zentrale Kompetenz zur Entwicklung von Qualität. Sowohl Kinder als auch Eltern haben ein Recht auf Beschwerden. Um eine gute Beschwerdekommunikation zu gewährleisten, ist eine offene und partnerschaftliche Haltung zwischen Erzieher/-innen, Eltern und Kindern notwendig. Eltern sind Erziehungspartner und Experten für ihre Kinder. In dieser Rolle geben sie uns wichtige Hinweise für die Qualität und Ausrichtung der Arbeit.

Beschwerden sind grundsätzlich ein Angebot zur Mitarbeit. Sie werden sachlich aufgenommen, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht begründet erscheinen. Beschwerden werden nicht persönlich genommen. Wenn sich eine Mitarbeiterin dennoch persönlich angesprochen fühlt, gehört es nach unserem Verständnis zu einem professionellen Verhalten, hier die nötige innere Distanz aufzubauen, um sachlich mit der Situation umzugehen. Die Mitarbeiter/-innen sind angehalten, über jede Beschwerde eine Notiz anzufertigen (Beschwerdeführer, Datum, Inhalt und erste Absprachen). Eltern haben außerdem die Möglichkeit, schriftliche Beschwerden über ein Beschwerdeformular abzugeben oder in einen „Briefkasten“ einzuwerfen. Jede Beschwerde wird bei der nächsten Teamsitzung bearbeitet und das Ergebnis zeitnah, d.h. spätestens drei Tage nach der Teamsitzung dem Beschwerdeführer mitgeteilt. Gegebenenfalls sind auch weitere Schritte oder längere Prozesse einzuleiten, über die ebenfalls informiert wird. Außerdem wird angestrebt, den betroffenen Elternteil zu beteiligen. Neben dem direkten Beschwerdeverfahren können sich Eltern auch schriftlich an den Vorstand des Vereins wenden. Diese Beschwerden werden spätestens in der nächsten Vorstandssitzung bearbeitet, eine Rückmeldung erfolgt ebenfalls zeitnah.

Neben anderen Formen der Mitbestimmung haben die Kinder die Möglichkeit, sich im wöchentlich stattfindenden Waldparlament zu beschweren. Dieser Punkt wird regelhaft aufgerufen. Außerdem können sie sich mit Beschwerden jederzeit und direkt an eine Mitarbeiterin wenden. Wenn im Alltag die Beschwerde nicht unmittelbar geklärt werden kann, wird auch hier eine Aktennotiz angefertigt und im nächsten Team bearbeitet. Dem Kind wird dies mitgeteilt und ebenfalls zeitnah eine Rückmeldung gegeben.

Grundsätzlich ist für den ernst zu nehmenden Umgang mit Beschwerden eine zuverlässige Dokumentation und hinterfragende Reflexion unerlässlich. Da durch die besondere Vereinsstruktur die Mitarbeiterinnen und der Träger eng verflochten sind und im Konfliktfall eine unabhängige Instanz fehlen könnte, wird eine Ombudsperson eingeführt, an die sich vor allem Eltern wenden können. Sie ist Beisitzer im Vorstand, darf aber nicht dem geschäftsführenden Vorstand angehören. Sie hat immer Rederecht im Vorstand, kann Vorstandssitzungen einberufen und selbstständig entscheiden, ob andere Institutionen mit hinzu zu ziehen (Kommune, Jugendamt etc.) sind. Sie ist gleichzeitig Berater und Ansprechpartner für die Mitarbeiter/-innen für den Bereich Kinderschutz. Das Amt der Ombudsmanns / der Ombudsfrau ist den Kindern und den Eltern darzustellen, die Kontaktdaten sind öffentlich zugänglich zu machen.

10. Kooperationen, Netzwerk und Öffentlichkeit

„Kooperation und Vernetzung mit anderen Stellen zählen zu den Kernaufgaben aller Bildungsorte, da sich Kindheit heute vielfach in isolierten und „kindgemäß“ gestalteten Erfahrungsräumen abspielt“ [21]. Sicherlich bietet der Wald ein Umfeld, das nicht mit dem hier gemeinten – eher kritisch gesehenem – isolierten Erfahrungsraum vergleichbar ist. Gleichzeitig fehlen aber auch hier wichtige Felder des Gemeinwesens. Dazu kommt, dass die Einrichtung auch räumlich etwas abseits der „normalen“ Lebenswelt der Kinder liegt. Mit diesen Rahmenbedingungen werden wir konstruktiv umzugehen haben. Gemeinwesenorientierung wird deshalb als Querschnittaufgabe für die Praxis formuliert. Dies bedeutet erstens, dass Exkursionen innerhalb der Stadt Langenselbold fester Bestandteil der Arbeit sind.[22] Arbeitswelt, Kultur, Politik oder die räumliche Erkundung der Stadt stehen auf dem Programm. Zum Zweiten wird sich die Einrichtung mit den örtlichen Akteuren vernetzen müssen. Gremienarbeit, Kooperation mit den anderen Kindertagesstätten oder den Grundschulen gehört ebenso dazu wie die Beteiligung an örtlichen Veranstaltungen (z.B. Weihnachtsmarkt). Als drittes Element einer gelebten Gemeinwesenorientierung ist eine grundsätzliche und fachlich begleitete Öffnung der Einrichtung für Ehrenamtliche zu nennen. Hierfür werden wir offensiv werben und in diesem Zusammenhang auch die Kooperation mit den örtlichen Vereinen und Verbänden suchen.

Neben der Gemeinwesenorientierung ist die Vernetzung mit weiteren zuständigen Stellen unabdingbar. Dies ist zum einen die Stadt Langenselbold, die z.B. über eine Regelung im Kooperationsvertrag unmittelbar an der weiteren Konzept- und Qualitätsentwicklung zu beteiligen ist. Im Rahmen des Aufbauprozesses fand hier bereits eine fruchtbare Zusammenarbeit statt. Zum anderen ist die aufsichtsführende Behörde beim Main-Kinzig-Kreis ebenso in diese Entwicklungen mit einzubeziehen und zu beteiligen.

Weitere Kooperationen ergeben sich aus dem Schutzauftrag. Andere Kindertageseinrichtungen, Kinderärzte, Polizei und vor allem Jugendamt sind hier sicher die zentralen Ansprechpartner, wenn es um die Einschätzung und Abwehr möglicher Kindeswohlgefährdungen geht.

Nicht zuletzt muss es eine interne Vernetzungs- und Kooperationskultur geben. Neben den unterschiedlichen Ressourcen, die insbesondere durch die Mitglieder des Trägervereins gegeben sind, gilt es auch, Eltern und Familien als Unterstützer wahr zu nehmen. Diese wollen wir gleichberechtigt und auf Augenhöhe beteiligen, wir sehen in den Familien und ihren Netzwerken wichtige Ratgeber und Ressourcen für die Entwicklung der Einrichtung.

Insgesamt verstehen wir Kooperation und Vernetzung nicht nur als strukturelle Notwendigkeit, sondern wollen die uns umgebenden Akteure als Netz begreifen, das für die Qualität der Einrichtung wichtig ist und eine Kultur des kooperativen Miteinanders pflegen. Dies gelingt nur, wenn wir auch auf unser Bild in der Öffentlichkeit achten und es pflegen. Zwei Funktionen in diesem Zusammenhang werden vom Trägerverein getragen. So ist der derzeitige Kassenwart gleichzeitig zuständig für den Aufbau und die Pflege der Homepage. Hier sind nicht nur grundsätzliche Informationen hinterlegt, sondern auch aktuelle Aktivitäten nachzulesen und Dokumente und Schriftstücke zu beziehen. Ein zweites Vorstandsmitglied ist dezidiert als Pressebeauftragter benannt. Wie in Punkt 2 beschrieben wurde der Verein bewusst als Trägerverein gegründet, der auch andere Aktivitäten im natur- und erlebnispädagogischen Bereich entfalten kann. Um den Waldkindergarten zu stärken, ist langfristig der Aufbau eines Fördervereins geplant, der sich auf das regionale Netzwerk beziehen soll und ausschließlich auf den Waldkindergarten ausgerichtet ist.

11. Beobachtung und Dokumentation[23]

Unsere Aufgabe und ein wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit ist die Wahrnehmung, Beobachtung und regelmäßige Dokumentation des Entwicklungsstandes bzw. der Entwicklungsfortschritte eines jeden Kindes. Ziel ist, ein umfassendes Bild von der Entwicklung eines Kindes zu erhalten, die „Themen“ jedes Kindes zu erkennen, zu beschreiben und transparent zu machen. Deshalb werden wir im Rahmen der Teamsitzung (alle 14 Tage) immer über fünf Kinder sprechen und deren Entwicklungsschritte anhand von Beobachtungsbögen dokumentieren. So wird gewährleistet, dass mindestens alle acht Wochen ein anlassfreier Austausch über jedes Kind stattfindet, auch und gerade über die, die vielleicht eher ruhiger sind. Die Protokolle dieser Besprechungen sowie relevante personenbezogene Daten, wie z.B. aus dem Anmeldebogen, werden in einem verschlossenen Schrank im Bauwagen aufbewahrt.

Die Beobachtungen und die Dokumentation

    • sind die Grundlage für die regelmäßig stattfindenden Entwicklungsgespräche mit den Eltern
    • erleichtern uns die Perspektive des einzelnen Kindes, seine Interessen, sein Verhalten und sein Erleben besser zu verstehen
    • geben uns einen Einblick in die Entwicklung und das Lernen des Kindes
    • sind die Grundlage für die pädagogischen Angebote und Projekte

Außerdem werden die individuellen Entwicklungsverläufe eines jeden Kindes schriftlich und mit Fotos dokumentiert in einem Portfolio gesammelt. Diese Form der Dokumentation bietet die Möglichkeit, die Entwicklungsschritte des Kindes festzuhalten und rückblickend noch einmal zu einem späteren Zeitpunkt zu reflektieren. Da wir in unserer Einrichtung Wert auf eine kindgerechte Umgebung legen, wollen wir unserem Portfolio den Namen „Waldbuch“ geben. Das Waldbuch soll – im Gegensatz zur Dokumentation mit personenbezogenen Inhalten – immer griffbereit für die Kinder im Bauwagen stehen und sie entscheiden, was ihm hinzugefügt und wer es betrachten darf. Die Portfolio-Arbeit fördert in besonderem Maße den Dialog zwischen Kind, Fachkraft und Eltern, denn alle können an der Gestaltung des Waldbuches mitwirken. Das Portfolio beinhaltet z.B. Arbeitsergebnisse und einen einfachen Steckbrief der Kinder, worüber die individuelle Entwicklung und persönliche Interessen sichtbar werden und erläutert werden können. So werden Zeichnungen, Kunstwerke, eigene Geschichten und natürlich Fotos von den verschiedenen Aktivitäten und Erlebnissen hinzugefügt. Mit Einverständnis des Kindes können auch Dokumente der pädagogischen Fachkraft, wie z.B. die Beschreibung einer besonderen Aktivität, eine Foto-Lerngeschichte oder auch Briefe zum Abschied oder zu besonderen Anlässen das Portfolio bereichern. Auch die Eltern dürfen sich, z.B. mit Briefen an ihr Kind, einer selbst gestalteten Familienseite oder Fotos von Familienunternehmungen (Ausflüge, Feiern o.Ä.) an der Gestaltung beteiligen.

Strukturelle Rahmendaten, wie z.B. Anwesenheit, Abholungsberechtigungen, Telefonnummern, werden über ein „Gruppenbuch“ erfasst, das auch bei Ausflügen mitgenommen wird. Dieses Buch wird nach Kindergartenschluss ebenfalls in einem verschlossenen Schrank aufbewahrt.

12. Kinderschutz

  • 8a SGB VIII gibt den klaren Auftrag an Institutionen, für den Schutz von Kindern Verantwortung zu übernehmen. Vor allen Erziehungsleistungen muss ein Kind sicher und geschützt sein. Kindeswohl ist vorrangig. Neben diesem klaren Auftrag ist in der Praxis der Umgang mit Kindeswohlgefährdung nicht immer eindeutig und bedarf einerseits einer hohen Sensibilität und andererseits klarer Verfahrensregeln. So wird z.B. von allen Mitarbeiter/-innen (auch Ehrenamtliche und Praktikant/-innen) die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses verlangt. In einem Turnus von fünf Jahren muss das Führungszeugnis erneut eingereicht werden.

Wir differenzieren zunächst drei Begriffe zur Einordnung: Akute Gefährdung, latente Gefährdung und Hilfebedarf. Während die ersten beiden in den Bereich von §8a fallen, kann sich die Einschätzung, dass ein Hilfebedarf vorliegt, zu einer Kindeswohlgefährdung entwickeln. Zur Einschätzung und Klärung sind immer das Mehraugenprinzip und ein abgestuftes Verfahren anzuwenden.

Erhält eine Mitarbeiterin einen Hinweis auf Kindeswohlgefährdung oder hat den Eindruck, dass eine Gefährdungslage vorliegt, ist unmittelbar eine interne Absprache mit der Kollegin zu führen sowie eine Aktennotiz anzulegen. Folgende Verfahrensregeln kommen dann zum Tragen:

  1. Kommen beide Mitarbeiterinnen zu dem Ergebnis, dass eine akute Gefährdung vorliegt und dem Kind sofort Hilfe zukommen sollte, hat unmittelbar eine Beratung mit dem Jugendamt zur Klärung zu erfolgen. Dieses Verfahren kann telefonisch erfolgen und hat Vorrang vor dem täglichen Ablauf. Der gesamte geschäftsführende Vorstand des Vereins ist am gleichen Tag zu informieren.
  2. Kommen die Mitarbeiterinnen zu dem Ergebnis, dass eine latente Gefährdungslage vorliegt, ist ein erweiterter Kreis von Experten hinzuzuziehen. Ein Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes ist unmittelbar zum Team hinzu zu berufen, um zu einer gemeinsamen Gefährdungseinschätzung zu kommen. Zur Klärung kann das Jugendamt als beratende Instanz hinzugezogen werden, ggf. auch anonymisiert. Außerdem wird angestrebt, eine externe „insoweit erfahrene Fachkraft“ (ISEF) für das Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung zu gewinnen. Neben der Einschätzung wird ein Schutzplan erarbeitet, der festlegt, welche nächsten Schritte innerhalb der Einrichtung möglich sind und wie diese umgesetzt werden. Diese Schritte müssen immer zeitnah erfolgen und sind zu dokumentieren. Nach jedem Schritt erfolgt eine erneute Einschätzung zum Gefährdungspotential. Kann innerhalb der Einrichtung die Gefährdung nicht beseitigt werden, weil sich z.B. Eltern nicht zur Zusammenarbeit bereit erklären, ist das Jugendamt zu informieren.
  3. Kommen alle Beteiligten (Mitarbeiterinnen, Vorstand, ISEF) zu dem Ergebnis, dass ein Hilfebedarf vorliegt, ist ebenfalls ein Schutzplan zu erstellen, dessen primäres Ziel sein soll, Eltern zu beraten und ggf. eine Hilfe zur Erziehung (HzE) zu beantragen. Eltern sind auf diesem Weg zu unterstützen und als Partner zu sehen. Dabei ist zu beachten, dass auch von Eltern / einem Elternteil Gefährdungen ausgehen können. Hier ist permanent zu überprüfen, ob sich die Gefährdungslage verändert und ob damit die Grenze zur Gefährdung überschritten wird.

Der gesamte Prozess mit Gesprächen, Einschätzungen, Beratungen ist fortlaufend zu dokumentieren.

Im Zuge der Qualitätsentwicklung sind die Verfahren zum Kinderschutz weiter zu entwickeln. So ist z.B. eine standardisierter Bogen zur Einschätzung von Risiko- und Schutzfaktoren zu entwerfen.

13. Ernährung und Versorgung

13.1 Essenssituation

Ziel unserer ernährungspädagogischen Arbeit ist es, Kinder zu einem selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Umgang mit Essen und Trinken zu befähigen. Dazu gehören die Entwicklung eines Wahrnehmungsgefühls für Hunger und Durst, Geschmacks- und Sinnesschulung, Kenntnisse über Hygiene und ein eigenverantwortlicher Umgang mit Lebensmitteln. Die regelmäßige Einnahme der Mahlzeiten hilft den Kindern, sich im Tagesablauf zu orientieren und zurechtzufinden. Gemeinsam mit den Kindern schaffen wir die Bedingungen für eine positive Essensatmosphäre, wir wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass gemeinsames Essen auch eine soziale Rolle spielt. Frühstück, Vespermahlzeit und Getränke werden von den Kindern von zu Hause mitgebracht, so haben Kinder und Eltern die Möglichkeit, besondere Vorlieben und Geschmäcker zu berücksichtigen. Über die Zusammensetzung dieser Mahlzeiten werden wir mit den Eltern Absprachen treffen. In unserem Waldkindergarten legen wir großen Wert darauf, dass die Mahlzeiten  gemeinsam eingenommen werden. Durch ein bestimmtes Ritual, z.B. einen Tischspruch oder ein Lied, signalisieren wir den Kindern, dass die Essenszeit beginnt. Die pädagogischen Fachkräfte nehmen beim Essen eine Vorbildfunktion ein. Ihnen ist bewusst, dass ihr Essverhalten von den Kindern beobachtet wird und dadurch Einfluss auf ihre Essgewohnheiten hat. Bei uns darf jedes Kind selbst entscheiden, ob, was und wie viel es isst. Hat ein Kind während des Frühstücks oder der Vespermahlzeit noch keinen Hunger, weil es z.B. morgens zu Hause ausgiebig gefrühstückt hat, muss es nicht zur vorgeschriebenen Zeit essen. Wir vertrauen auf die Fähigkeit der Kinder, zwischen Hunger und Sättigung unterscheiden zu können. Einige Kinder lassen sich viel Zeit, erzählen, genießen ihr Frühstück, andere essen zügig, damit sie wieder weiter spielen können. Wer fertig mit dem Essen ist, räumt selbstständig seine Sachen ein. Braucht oder wünscht  sich ein Kind Hilfe bei dieser Tätigkeit, wird es diese selbstverständlich bekommen. Eventuell anfallende Abfälle werden eingepackt und mit nach Hause genommen.

Wir streben ein gesundes Frühstück an und werden mit den Eltern zusammen entsprechende Empfehlungen ausarbeiten. An dieser Stelle möchten wir bewusst nichts vorgeben sondern partizipativ mit den Eltern Regelungen entwickeln (zuckerfreier Vormittag?, Zusammenarbeit mit der Jugendzahnpflege? usw.)

13.2 Pflegesituation

Die Pflegesituationen werden achtsam und bewusst gestaltet, da sie ein sehr persönlicher und intimer Moment für das Kind sind. Alle Pflegesituationen geschehen mit Einwilligung und Kooperation des Kindes. Das Wickeln oder auch das Wechseln der Kleidung führen nur Fachkräfte, die den Kindern vertraut sind, durch. Alle neuen Mitarbeitenden werden erst nach einer mindestens zweiwöchigen Einarbeitungszeit in die Wickelsituation eingeführt. Vor  Beginn der jeweiligen Pflegesituation treten wir mit dem Kind in Kontakt, bereiten es so auf die Situation vor und gehen auf individuelle Wünsche ein. Möchte ein Kind z.B. nicht mehr im Liegen gewickelt werden, reagieren wir auf diese Situation und wickeln es im Stehen. Beim Wickeln oder dem Wechseln von Kleidung erfahren die Kinder emotionale Zuwendung, sie werden von uns liebevoll umsorgt und gepflegt. Über Hautkontakt beim An- und Ausziehen wird außerdem die Wahrnehmung der Haut gefördert. Die Eltern sind dafür zuständig, dass sich immer ausreichend Wechselkleidung und Hygiene-Artikel (z.B. Feuchttücher, Windeln) im Bauwagen befinden. Jedes Kind wird hierfür ein eigenes Fach im Bauwagen bekommen, in diesem Fach werden auch die gebrauchten Sachen verstaut.

Wechselkleidung ist ein wichtiges Utensil, denn z.B. bei regnerischem Wetter haben wir so die Möglichkeit, die Kinder wieder trocken und warm einzupacken, wenn die Kleidung beim Toben durch Pfützen nass geworden ist. Auch im Prozess des „Sauberwerdens“ kann es zu Zwischenfällen kommen, dann ist es wichtig, dass genügend Wechselkleidung zur Verfügung steht. Uns ist wichtig, dass die Autonomie beim Wickeln gewährleistet wird, ohne die Kinder zu überfordern. Alle Tätigkeiten, die die Kinder schon selbst verrichten können, dürfen sie selbstverständlich auch selbst ausführen (z.B. auf den Wickelplatz….).

Die Anwendung von Pflegeprodukten (z.B. feuchte Reinigungstücher, Wundschutzcreme) wird mit den Eltern abgesprochen, ansonsten wird nur Wasser zum Reinigen benutzt. Auf die Hygienebestimmungen wird geachtet, die nähere Beschreibung hierzu findet sich in unserem Hygieneplan. Auch während der Sauberkeitserziehung achten wir auf die Autonomie des Kindes. Die Kinder bestimmen den Zeitpunkt selbst, wann sie bereit sind, eine Toilette zu benutzen und keine Windel mehr zu tragen. Wir begleiten diesen Entwicklungsschritt sensibel und stimmen uns mit den Eltern ab. Das Thema „Sauberwerden / -sein“ wird schon in unserem Aufnahmegespräch besprochen, um Druck zu nehmen und ggf. unterstützend zu beraten und unsere Haltung diesbezüglich vorzustellen. Auch in den Entwicklungsgesprächen werden wir ggf. die individuelle Entwicklung eines jeden einzelnen Kindes auf dem Gebiet der Sauberkeitserziehung zum Thema machen und entwicklungspsychologisches Fachwissen an die Eltern weitergeben. Sollten dennoch Probleme auftreten, könnten Fachvorträge oder auch die Zusammenarbeit mit anderen beratenden Stellen ein gutes Angebot sein, um den Eltern Unterstützung zu bieten und sich mit Fachleuten auszutauschen.

14. Hygiene, Unfall und Gesundheitsschutz

Wie auch in anderen Kindertageseinrichtungen gibt es im Waldkindergarten einige Auflagen und Vorschriften durch das zuständige Gesundheitsamt. Diese umfassen hauptsächlich, die Kinder vor Gefahren im Wald zu schützen.

Wichtige Aspekte hierbei sind gründliches Händewaschen, Entsorgung der Notdurft, Sauberkeit der Aufenthaltsräume, Aufklärung über giftige Pflanzen, Erkrankungen durch Verletzungen oder Tiere, geeignete Kleidung und Ausrüstung.

14.1 Hygienekonzept[24]

 

Wie?

Wann?

Wie? Womit?

Wer?

Bauwagen

 

Reinigung

Fußboden, Ablagen

ausfegen

wischen

täglich

1x wöchentlich

Besen

Neutralreiniger (biologisch abbaubar)

Erzieher/-innen

Erzieher/-innen, Eltern

Handreinigung

gründliche Händereinigung mit Wasser, Seife oder Lavaerde, Handtücher

Einmalhand-schuhe

(Wickeln)

Händedes-infektion

vor jeder Mahlzeit

nach dem Toilettengang

nach dem Wickeln

Wasserkanister

Seife (biologisch abbaubar)

Lavaerde

Einmalhandtücher(recycled) oder

tägl. frische Stoffhandtücher (1 pro Kind)

Handdesinfektion

(Sterilium)

alle Erzieher/-innen

alle Kinder

Erzieher/-innen

Wasserkanister

ausspülen (heiß)

täglich

 Wasser

Erzieher/-innen

Wickelauflage

abwischen

nach jedem Wickeln

Sprühdesinfektion

Erzieher/-innen

Stoffhandtücher

wechseln

waschen (60 Grad)

täglich

Waschmaschine

(herkömml. Waschmittel)

Kinder / Erzieher/-innen

Eltern

Wäsche:

 

Decken/Tücher

waschen (60 Grad)

vierteljährlich-

bei Bedarf

Waschmaschine

(herkömml.

Waschmittel)

Eltern

Abfallentsorgung

 sammeln

täglich

getrennte Behälter

Bio, Plastik,Restmüll, Windelmüll

Kinder

Erzieher/-innen

Handhygiene

Im Waldkindergarten ist das Benutzen eines Waschbeckens aufgrund der räumlichen Bedingungen meist nicht möglich. Für das Reinigen der Hände steht ein Wasserkanister (mit Wasserhahn) sowie Seife (biologisch abbaubar) oder Lavaerde zur Verfügung.
Zum Trocknen der Hände werden täglich frische Stoff- oder Papierhandtücher verwendet.
Die Handreinigung findet nach jedem Toilettengang und vor jedem Verzehr von Lebensmitteln (Frühstück, Mittagssnack) statt.

Wickeln

Im Bauwagen gibt es eine Wickelauflage. Diese wird nach jedem Wickeln mit einer Sprühdesinfektion gereinigt. Die Erzieher/-innen tragen zu ihrem Schutz Einmalhandschuhe. Die Einmalhandschuhe und die Windeln werden in einem speziellen Windelmüllbeutel gesammelt und täglich entsorgt.

Toilette / Toilettengang

Der Toilettengang findet (in den meisten Waldkindergärten) vorerst im Wald statt. Hierbei ist zu beachten, dass die Notdurft nicht direkt neben dem Bauwagen oder im Spielbereich erledigt wird. Wichtig ist, dass die Fäkalien in die Erde vergraben werden. Hierzu wird mit einem Spaten ein Loch gegraben und nach der Notdurft wieder zugeschüttet. Für die kleineren Kinder wird eine „portable toilet“ (vergleichbar mit einem Toilettenaufsatz) benutzt.
Für die nähere Zukunft ist eine Kompostiertoilette oder ein Toilettenhäuschen (Plumpsklo) vorgesehen.

Wasserkanister

Für die Handreinigung gibt es zwei 10-Liter-Wasserkanister mit Wasserhahn, welche täglich mit frischem Wasser (Trinkwasserqualität) aufgefüllt werden. Die Reinigung erfolgt ebenfalls täglich mit heißem Wasser. Die Mitarbeiterinnen sind dafür verantwortlich, dass die Wasserkanister nach Schließung der Einrichtung mitgenommen werden, nach Vorschrift gereinigt und am nächsten Tag frisch gefüllt wieder in die Einrichtung gebracht werden.

Wäsche

Stoffhandtücher, die wir zur täglichen Handreinigung verwenden, werden in einem Korb gesammelt und am Ende der Woche (Freitag) einem Elternteil zum Waschen mit nach Hause gegeben. Decken und Tücher werden regelmäßig (vierteljährlich) von den Eltern gewaschen.

Aufenthaltsräume (Bauwagen)

Der Bauwagen wird von den Erzieher/-innen täglich nach Kindergartenschluss ausgekehrt. Fußböden, Ablagen und Tische werden mindestens einmal pro Woche gründlich mit einem Neutralreiniger (biologisch abbaubar) von den Eltern gereinigt. Bei Bedarf (je nach Verschmutzung) natürlich auch von den Erzieher/-innen.

Abfallentsorgung

Da die Kinder ihr Essen und Trinken (Frühstück, Mittagssnack usw.) in Brotdosen und wiederverwendbaren Flaschen mitbringen, fällt in der Regel in einem Waldkindergarten nicht viel Abfall an. Der nicht vermeidbare Abfall wird ordnungsgemäß getrennt und täglich entsorgt.

14.2 Verhaltensregeln im Wald

Da wir nur Gäste in Wald und Flur sind, gibt es bestimmte Regeln, an die sich Kinder sowie Erzieher/-innen halten müssen. Diese Regeln haben nicht nur etwas mit dem Respekt gegenüber der Natur zu tun, sondern sind auch besondere Schutzregeln für Kinder und Erzieher/-innen.

Diese Verhaltensregeln werden überprüft, sind Teil der Aufsichtspflicht und werden bei Bedarf neu vereinbart. Da viele dieser Regeln mit Hygiene, Gesundheit und Unfallschutz zu tun haben, stellen wir sie an dieser Stelle dar.

    • Wir laufen nur so weit, dass wir die Erzieher/-innen noch sehen und hören können. Wir bleiben in den vereinbarten Spielbereichen. (Wenn wir etwas weiter weg spielen wollen, müssen wir vorher eine/n Erzieher/-in fragen).
    • Wir dürfen nichts in den Mund stecken oder essen (keine Waldfrüchte, keine Beeren, keine Pilze etc.).
    • Wir trinken nur Wasser aus den mitgebrachten Trinkflaschen (nicht aus Bächen oder Tümpeln).
    • Wir fassen weder tote Tiere noch Kot an.
    • Mit Stöcken dürfen wir nicht rennen oder uns gegenseitig verletzen.
    • Wir klettern und balancieren nur auf ausgewählten Baumstämmen bzw. Bäumen.
    • Wir hinterlassen unsere Ausflugsziele sauber und wie wir sie vorgefunden haben. (Wir werfen keinen Müll in den Wald)
    • Wir verhalten uns möglichst leise im Wald.

14.3 Gefahren im Wald

Neben den zahlreichen Möglichkeiten und Angeboten, in einem Waldkindergarten Bewegungsmangel und anderen Defiziten entgegenzuwirken, gibt es auch bestimmte Gefahren, die von allen Beteiligten beachtet werden müssen:

Fuchsbandwurm (Echinokokkose)

Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit, der u.a. im Dünndarm von Füchsen lebt. Zur Weiterentwicklung der Wurmeier benötigt der Fuchsbandwurm einen Zwischenwirt. Die Eier werden über den Kot des Fuchses ausgeschieden und abgestoßen. Da der Mensch ebenfalls die Funktion des Zwischenwirtes übernehmen kann, ist eine Infektion möglich. Deshalb ist es wichtig, keine Waldfrüchte (Beeren etc.) zu verzehren oder Kot anzufassen.

Tollwut (Rabies)

Tollwut ist eine durch Viren ausgelöste Infektionserkrankung. Sie wird in der Regel durch den Biss oder den Speichel eines erkrankten Tieres übertragen. Die Kinder sollten daher wissen, dass ein zutrauliches (sonst scheues) Wildtier eine Tollwutinfektion haben könnte. Im Wald gilt daher grundsätzlich, dass Wildtiere oder tote Tiere nicht angefasst oder berührt werden dürfen.

Wundstarrkrampf (Tetanus)

Tetanus ist eine durch Bakterien ausgelöste Erkrankung. Entstehen kann die Krankheit durch einen Erreger, der in der Erde, an rostigen Gegenständen oder in Fäkalien (von Mensch oder Tier) vorkommen kann. Besonders bei tiefen Verletzungen wie Schnitt- oder Splitterwunden, aber auch bei Stichen und Bissen kann es zu einer Infektion kommen. Daher ist eine Impfung gegen Tetanus ratsam.

Vergiftung

Durch den Verzehr von Waldfrüchten (Beeren, Pilze o.Ä.) ist eine Vergiftung möglich. Sie hängt jedoch von den individuellen Voraussetzungen des Kindes und der Art der Pflanze ab. Ausschlaggebend ist die Wirkstoffmenge. Symptome einer Vergiftung können sein:

    • Übelkeit
    • Brechreiz
    • Durchfall
    • Schweißausbrüche
    • Benommenheit oder Schwindel

Auch hier ist es besonders wichtig, dass keine Beeren, Pilze oder andere Pflanzen in den Mund gesteckt oder gegessen werden.

Zeckenbisse

Zecken halten sich bevorzugt in niedrigem Buschwerk, Sträuchern, Gräsern oder Farnen auf. Beim Vorbeilaufen werden sie dort mit dem Körper abgestreift. Zecken können zwei Infektionskrankheiten übertragen, die „Frühsommer–Meningoenzephalitis“ (FSME) und die „Lyme–Borreliose“.
Deshalb tragen die Kinder auch in den warmen Frühjahrs- und Sommermonaten Kleidung, die den Körper vollständig bedeckt (langärmelige T-Shirts, lange Hose oder Leggins, Strümpfe und feste Schuhe). Es ist wichtig, die Kinder nach dem Waldaufenthalt sorgfältig nach Zecken abzusuchen. Eventuell vorhandene Zecken sollten unmittelbar mit einer Zeckenzange oder -pinzette entfernt werden (bitte keine Öle, Nagellack o.Ä. verwenden).

Insektenstiche oder –bisse

Wichtig ist, dass im Sommer auf süße Nahrungsmittel verzichtet wird. Außerdem sollten die Kinder nur Wasser in ihren Trinkflaschen mitbringen. Bei den Trinkflaschen wird darauf geachtet, sie nach dem Trinken immer verschlossen zu halten. Ist eine allergische Reaktion auf Insektenstiche oder -bisse bekannt, sollte dies immer im Vorfeld mit den Erzieher/-innen abgeklärt werden (für solche Fälle wird evtl. ein Notfallset benötigt. Diese Frage thematisieren wir auch in den Aufnahmegesprächen.

14.4 Klima – Wetter / Kleidung

Da sich die Kinder im Waldkindergarten bei jedem Wetter draußen aufhalten und bewegen, ist es wichtig, sich den unterschiedlichen Jahreszeiten und Witterungsbedingungen anzupassen und sich zu schützen. In den Herbst- und Wintermonaten tragen die Kinder ihre Kleidung in mehreren Schichten übereinander, auch „Zwiebelmethode“ oder „Zwiebellook“ genannt. Dies hat den Vorteil, dass bei Bedarf eine Schicht einfach aus- oder wieder angezogen werden kann.

Dazu gehören:

    • lange Unterhose / Strumpfhose
    • langärmelige Shirts und Pullover
    • wind- / wasserdichte Jacke
    • wind- / wasserdichte Hose (gefütterte Regen- bzw. Matschhose)
    • warme Mütze
    • warme Handschuhe
    • Gummistiefel
    • vor allem feste und wasserabweisende Schuhe (Lauf- oder Wanderschuhe)

Außerdem:

    • ein Sitzkissen
    • Rucksack (geeignet ist ein Rucksack mit Brustschnalle)
    • Trinkflasche
    • Brotdose

In den warmen und heißen Sommermonaten ist es sinnvoll, auf einen ausreichenden Schutz vor intensiver Sonneneinstrahlung zu achten. Die Kinder tragen auch dann:

    • langärmelige Hemden oder T-Shirts
    • dünne lange Hosen oder Leggins
    • Kopfbedeckung (Hut, Kappe, Kopftuch)
    • Strümpfe
    • feste Schuhe (keine Sandalen)
    • Sonnencreme / Insektenschutz

14.5 Ausrüstung

Die Ausrüstung der Erzieher/-innen für den täglichen Gebrauch:

    • Mobiltelefon mit eingespeicherten Nummern der Telefonliste
    • ausgedruckte Telefonliste (Telnr. von Eltern u. Familie, Krankenwagen, Ärzten, Forstamt usw.)
    • Bollerwagen / Kinderwagen
    • Notfall-Set, Erste-Hilfe-Set
    • Decke
    • Zeckenzange
    • Sonnenschutz
    • Isolierende Sitzunterlage
    • Wasserkanister
    • biologisch abbaubare Seife
    • Handbürste
    • frische Stoffhandtücher / Papierhandtücher
    • Bestimmungsbuch für (Gift-)Pflanzen und Tiere

14.6 Ärztliches Attest

Bei Eintritt in den Kindergarten benötigt das Kind ein Attest vom Arzt oder Kinderarzt, dass es frei von ansteckenden Krankheiten ist. Dieses Attest sollte nicht älter als 30 Tage sein.[25]

 

15. Finanzen

15.1 Finanzplan für den laufenden Betrieb[26]

Uns ist wichtig, dass wir für die Regelfinanzierung keine Gelder einplanen, die nicht sicher darzustellen sind. Damit meinen wir z.B. potentielle Mittel aus Fördervereinen, Spenden oder Stiftungen. Der garantierte Regelbetrieb soll nicht auf Mittel angewiesen sein, die gerade zum Start der Einrichtung noch kaum realisierbar sein werden. Auf längere Sicht sind solche Quellen sicher wichtig, sollten jedoch vor allem dem qualitativen Ausbau der Einrichtung (Anschaffungen, zusätzliche Honorarkräfte, Sozialindex bei den Elternbeiträgen etc.) zugutekommen.

Die Finanzplanung ist so angelegt, dass sich die laufenden Kosten der Kindertagesstätte über drei Quellen darstellen lassen:

Die erste Finanzierungsschiene sind Landeszuschüsse. Da wir Kinder ab drei Jahre aufnehmen, nach dem Hessischen Erziehungs- und Bildungsplan arbeiten und eine Kleineinrichtung sind, ergeben sich folgende Pauschalen: Grundpauschale ab 3 Jahre, Qualitätspauschale, Kleinkitapauschale.

Als zweites hat uns die Stadt Langenselbold einen jährlichen Zuschuss von 18.000 € pro Jahr in Aussicht gestellt.

Die dritte Quelle sind die Elternbeiträge. Die Landeszuschüsse sind für alle Kindertagesstätten gleich und beziehen sich auf die vorhandenen besetzten Plätze. Nun fallen in einem Waldkindergarten in der Regel höhere Personalkosten an. Unter anderem wegen der erhöhten Aufsichtspflicht muss die Gruppe immer von mindestens zwei Fachkräften betreut werden, gleichzeitig werden kleinere Gruppen von diesen zwei Kräften betreut. Aufgrund des höheren Personalschlüssels stellt sich gegenüber Hauskindergärten eine Finanzierungslücke dar, die über den kommunalen Zuschuss und über Elternbeiträge kompensiert werden muss. Nach unserer Darstellung ergibt sich ein Elternbeitrag von 170 € pro Monat.

Wir bieten zur Eröffnung des Waldkindergartens nur eine Betreuungszeit von 8:00 Uhr – 14:00 Uhr an, so gibt es weder eine Staffelung über die Dauer der Betreuung noch über sonstige Bedingungen. In Bezug auf Elternbeiträge einen sozialen Index einzuführen, wäre uns ein großes Anliegen, wir sehen dafür aktuell aber keine Möglichkeit. Für Familien, die mehrere Kinder in einer Kita in Langenselbold angemeldet haben, halbiert sich der Elternbeitrag. Die Stadt kompensiert diese Halbierung voll.

15.2 Aufbauphase 2016 und finanzielle Auswirkungen

Nach § 32 Abs. 7 HKJGB sind für die Gewährung der Landeszuwendungen die Verhältnisse am 1. März ausschlaggebend (Stichtagsregelung). Erste, witterungsbedingte Überlegungen, den Kindergarten Anfang April zu eröffnen, hätten dazu geführt, dass wir für das Jahr 2016 keine Zuwendungen im R ahmen der Betriebskostenförderung erhalten hätten. Somit haben wir uns entschlossen, den 1.März als Eröffnungsdatum zu realisieren. Dieses Datum stellt einen Kompromiss dar, nicht mitten im Winter zu eröffnen und dennoch die Stichtagsregelung einzuhalten. Dieser Kompromiss löst die finanziellen Risiken im Eröffnungsjahr jedoch nur bedingt. Wir können aus pädagogischen und aus organisatorischen Gründen nicht davon ausgehen, dass alle 20 Plätze besetzt sein werden. Ausgehend von einer Schätzung, dass wir im ersten Monat mit sechs bis zehn Kindern starten werden und dann die Plätze sukzessive in den beiden Folgemonaten besetzen, stellt sich ein nicht genau vorherzusagendes Defizit dar. In Anlage 5[27] haben wir der Finanzplanung für den laufenden Betrieb eine Kalkulation gegenüber gestellt, die von einem Eröffnungsszenario von acht Kindern ausgeht. Dabei ergibt sich ein Defizit von 5.689 €. Die Stadt Langenselbold ist uns hier entgegengekommen und hat zugesichert, dieses Defizit auszugleichen.

15.3 Finanzplanung zur Ausstattung: Bauwagen

Der finanzielle Vorteil beim Aufbau eines Waldkindergartens ist sicher die fehlende Immobilie. Außerdem werden die meisten Materialien und Medien direkt aus dem Wald und der Natur bezogen. Typischerweise werden Waldkindergärten mit einer kleinen Waldhütte oder – wie in unserem Fall – einem Bauwagen betrieben. Hier fallen also bedeutend weniger Kosten und Aufwand an als in einem Hauskindergarten. Trotzdem muss auch der Bauwagen und dessen Ausstattung spezifischen Anforderungen genügen. Der Verein verfügt über einen eigenen Bauwagen, der jedoch zu klein ist, renoviert und ausgebaut werden muss. Die Stadt Langenselbold wird uns hier unterstützen.

Der vorhandene Bauwagen genügt sicher in den ersten Monaten den Anforderungen. Spätestens zum Herbst 2016 braucht die Einrichtung jedoch einen speziell auf die Bedürfnisse eines Waldkindergartens konstruierten Wagen, der auch groß genug ist.[28] Die Kosten dafür belaufen sich auf ca. 30.000 €.[29] Über das Landesprogramm zur Finanzierung kleiner Bauvorhaben in Kindertagesstätten werden 50% dieser Kosten beantragt. Der Rest muss aus Eigenmitteln des Vereins aufgebracht werden. Diese Mittel liegen zur Zeit nicht vor. Zwei Vereinsmitglieder haben jedoch zugesagt, über ein zinsloses Darlehen diesen Betrag vorzufinanzieren. Spendenaktionen (z.B. über eine Crowdfunding Platform der VR-Bank), um den Darlehensbetrag zurückzuerstatten, sind derzeit in Planung. Zusätzlich ist mittelfristig der Aufbau eines Fördervereins geplant. Weitere Finanzquellen, wie z.B. Stiftungen oder Ähnliches werden derzeit avisiert.

16. Qualitätsentwicklung

Als „lernende Organisationen“ sind sie (Kindertageseinrichtungen) gefordert, ihr Angebots- und Leistungsprofil kontinuierlich zu überprüfen, zu modifizieren und zu präzisieren[30]. Mit diesem Gedanken wollen wir die Brücke schlagen zu den ersten Seiten dieses Konzeptes, in denen schon auf das dynamische Verständnis in Bezug auf die weitere Konzeptentwicklung hingewiesen wurde.[31] Dem geneigten Leser werden die Entwicklungsstellen der neuen Einrichtung sicher aufgefallen sein: Inklusion, die Frage der U3-Betreuung, Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit oder ggf. die Gründung eines Fördervereins sind die anstehenden Themen.

Darüber hinaus sind aber auch alle im Konzept dargestellten Überlegungen grundsätzlich theoretisch. Erst in der Praxis der neuen Einrichtung wird sich zeigen, ob alles wie geplant umzusetzen ist, ob wichtige Aspekte vergessen wurden oder ob andere Herausforderungen noch auf uns zukommen. Insofern ist vor allem das erste Jahr für uns das „Modelljahr“, in dem die alltägliche Praxis und die Strukturen evaluiert werden müssen. Wir unterscheiden in diesem Zusammenhang Prozess- und Strukturqualität.

16.1 Strukturqualität

Merkmale der Strukturqualität sind alle in diesem Konzept beschriebenen Punkte. Dazu gehören Entwicklungen beim Trägerverein, dessen Leitbild und Organisation. Einrichtungsbezogen bildet die Angebotsstruktur, der organisatorische Rahmen, das pädagogische Konzept der Einrichtung, Kommunikations- und Vernetzungsstrukturen, die Finanzierung, die räumlichen Bedingungen sowie die Qualifikation und Verlässlichkeit des Personals Merkmale der Strukturqualität ab.

16.2 Prozessqualität

Um den erzieherischen Prozess qualitativ zu beschreiben, sind unseres Erachtens vor allem die Kommunikations- und Interaktionsprozesse zwischen den verschiedenen Beteiligten zu erfassen. Dies meint zum einen die Prozesse zwischen Erzieher/-innen und Kindern, Prozesse des Teams und zwischen Team und Träger, die Gestaltung der Erziehungspartnerschaft zwischen Personal und Eltern, zum anderen auch Prozesse zwischen der Einrichtung und anderen Akteuren.

16.3 Instrumente und Verfahren

Im Gegensatz zur Strukturqualität, deren Merkmale im Rahmen der weiteren, ständig fortzuschreibenden Konzeptentwicklung überprüft werden können, sind die Merkmale der Prozessqualität eher die „soft skills“ der Einrichtung. Für sie braucht es noch mess- und bewertbare Kategorien, deren Entwicklung selbst ein Prozess ist, der vor allem durch den Träger zu gestalten ist. Dafür wird vom Vorstand ein Vereinsmitglied beauftragt, das sich zusammen mit dem Team eine Arbeitsstruktur gibt, innerhalb dieser Struktur gibt es – neben regelmäßigen Treffen – mindestens einen gemeinsamen Klausurtag pro Jahr. Darüber hinaus sind folgende Instrumente geplant:

    • Einmal jährlich wird eine standardisierte Befragung der Eltern zu deren Bedürfnissen, Zufriedenheit mit der Struktur und den Prozessen durchgeführt. Nach Möglichkeit werden die Fragestellungen in Kooperation mit dem Elternbeirat entwickelt und die Ergebnisse auch mit ihm ausgewertet, reflektiert und anschließen den Eltern rückgemeldet. .
    • Regelmäßige, mindestens zweimal Mal pro Jahr hier fehlt was und bei Bedarf werden die Strukturen mit dem Team und dem Vorstand des Vereins reflektiert und ggf. weiterentwickelt.
    • Einmal jährlich führt ein Vorstandsmitglied mit jedem Teammitglied ein Personalgespräch.
    • Mindestens zweimal pro Jahr findet ein Koordinierungsgespräch zwischen Vertretern des Vereins und der Stadt Langenselbold statt. Diese Regelung ist Teil des Kooperationsvertrages.[32]

Für dieses Konzept:

Elke Stadler                Michaela Jensen                    Stefan Steinbacher

[1] Hessisches Ministerium für Soziales und Integration und Hessisches Kultusministerium: Bildung von Anfang an, Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Hessen, 6.Auflage, März 2014 (wird im Folgenden „Hessischer Erziehungs- und Bildungsplan“ genannt).

[2] Anlage1: Satzung „Erlen-Wald e.V.“

[3] Stand 31.12.2014

[4] Anlage 2: Luftbild mit Gaststätte und Umgebung

[5] Vgl. Anlage 3: Skizze möglicher Bauwagen

[6] Vgl. Punt 3.7

[7] Vgl. Hessischer Erziehungs- und Bildungsplan, S.111

[8] Vgl. Hessischer Erziehungs- und Bildungsplan, S. 21

[9] ebenda: S. 41ff.

[10] Vgl. Hessischer Erziehungs- und Bildungsplan, S.30

[11] Vgl. Hessischer Erziehungs- und Bildungsplan S.45

[12] Vgl. Hessischer Erziehungs- und Bildungsplan, S.97 ff.

[13]Vgl. u.a.:  http://www.kita-fachtexte.de/uploads/media/KiTaFT_Braukhane_Knobeloch_2011.pdf

[14] Vgl. Hessischer Erziehungs- und Bildungsplan, S.101 ff.

[15] Vgl. 4.7: Schulfähigkeit von Waldkindergartenkindern und Vorschularbeit  Auf welche Quelle bezieht sich diese Angabe?

[16]  Vgl. hierzu auch Punkt 10, insbesondere die Überlegungen zur Gemeinwesenorientierung.  Quelle?

[17] Vgl. Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend: Qualitätsstandards für Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, S.14.

[18] Vgl. Hessischer Erziehungs- und Bildungsplan, S. 107

[19] Vgl. Hessischer Erziehungs- und Bildungsplan, S.108

[20] Vgl. Punkt 8.1: Projektarbeit   

[21] Vgl. Hessischer Erziehungs- und Bildungsplan S. 112

[22] Vgl. Punkt 8.2: Unternehmungen

[23] Vgl. Hessischer Erziehungs- und Bildungsplan, S.115f.

[24] Neben dem Hygienekonzept wird in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt ein detaillierterer Hygieneplan erstellt, der z.B. auch Reinigungs- und Desinfektionsmittel, die Belehrungen der Mitarbeiter/innen oder Elterninformationen regelt.

[25] Näheres und die Vorlage regelt der Hygieneplan

[26] Vgl. Anlage 4: Finanzplanung, laufender Betrieb

[27] Vgl. Anlage 5: Kalkulation 2016

[28] Vgl. Anlage 3: Skizze möglicher Bauwagen

[29] Vgl. Anlage 6: Kurzkonzept zum Antrag auf investive Landesmittel

[30] Vgl. Hessischer Erziehungs- und Bildungsplan, S.118.

[31] Vgl. Punkt 1: Konzeptdefinition und Konzeptverständnis

[32] Vgl. Anlage 7: Kooperationsvertrag §9

Waldkindergarten auf dem Buchberg

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